Wer seine Ausgaben im Blick hat, kann Kostenfallen besser aufspüren.
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BerlinWer ernsthaft sein Konsumverhalten ändern möchte, um monatlich Geld zu sparen ohne deutlich spürbar zu verzichten, muss sich vor allem darüber bewusst werden, wofür er monatlich Geld ausgibt. Es wird Zeit für ein Haushaltsbuch. Aber wie? Per App, mit Stift und Notizbuch oder doch am Computer? Fünf Tipps, damit das Haushaltsbuch richtig Sinn macht.

Entscheidung treffen

Eins vorweg: Ja, ein Haushaltsbuch zu führen macht Arbeit. Aber es kostet in der Regel weniger Zeit, als man befürchtet. Denn einen großen Vorteil hat das Haushaltsbuch schon mit der Entscheidung, es zu führen: den psychologischen. Wer weiß, dass er abends alle Ausgaben notieren muss, kauft automatisch weniger ein.

Außerdem entlarvt ein gut geführtes Haushaltsbuch die heimlichen Geldfresser. Oder wüssten Sie aus dem Kopf, wie viel Geld sie im letzten Monat für Snacks zwischendurch ausgeben haben? Was der Kaffee und die Brötchen vom Bäcker gekostet haben?

Notizbuch, App oder Excel?

Nachdem die Entscheidung für ein Haushaltsbuch gefallen ist, steht die Frage nach der geeigneten Umsetzung an. Notizbuch, App oder Excel? Die handschriftliche Variante hat wenige Vorteile. Weil man selber rechnen muss, ist es zeitaufwendiger als computergestützte Varianten. Außerdem lassen sich die Listen hier schlecht kategorisieren.

Gute Apps sind meist kostenpflichtig. Man hat sie aber immer dabei. Für das Computer-Fachmagazin Chip sind die Top-Apps „Money Manager“ und „Bluecoins“ (nur Android).  Bei beiden bekommen Sie Ihre Aufgaben detailliert aufgeschlüsselt und können für diverse Kategorien monatliche Budgets einrichten. In den Premium-Versionen kosten die Apps 4,99 Euro bzw. 7,15 Euro. „Money Manager“ kann man im Übrigen auch vom PC aus verwenden. Alternativ kann man am Computer auch mit einer Excel-Tabelle arbeiten. Die kostet gar nichts und man gestaltet sie ganz einfach nach seinen Wünschen und Bedürfnissen.

Kategorien bilden

Das Wichtigste beim Führen eines Haushaltsbuches sind sinnvolle Kategorien. Wer seine Ausgaben einfach nur untereinander aufschreibt, hat einen Anfang gemacht, kann seine Konsumverhalten aber nur schlecht bewerten. Besser ist, man überlegt sich Kategorien. Fixkosten wie etwa Miete, Strom oder Versicherungen sollten von spontanen Ausgaben klar abgegrenzt werden. Auch eine Unterteilung in Lebensmittel, Kleidung, Ausgehen, Einrichtung, Tiere, Geschenke, Hobby oder Genuss ist sinnvoll und erleichtert das Erkennen, wo es Einsparpotenzial gibt.

Durchhalten

Jetzt geht es ans Durchhalten. Alles unter sechs bis acht Wochen macht keinen Sinn. So lange sollte man das Haushaltsbuch wenigstens führen, um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten. Und zugegeben, das kann anstrengend sein. Nicht nur, weil das Schreiben der Liste aufwendig ist, auch weil man sich seiner eigenen Schwächen sehr deutlich bewusst wird. Aber genau darum geht es ja. Keine Sorge, mit der Zeit kehrt Routine ein, und das Aufschreiben fällt leichter. Das Sammeln von Belegen ist dabei auf jeden Fall eine Hilfe, auch kleine Erinnerungen etwa durch ein Piepen des Handys mahnen zur Konsequenz.

Konsequenzen ziehen

Apropos Konsequenz. Damit das Haushaltsbuch am Ende beim Sparen hilft, bedarf es einer Auswertung. Je genauer man bei den Kategorien ist, desto leichter fällt diese später. Gibt man beispielsweise hunderte Euro im Monat für Spontankäufe aus? Oder nimmt der Konsum von Fastfood überhand? Wer weiß, wo die eigenen Kostenfallen liegen, kann sie gezielt umgehen.