Berlin - Auf dem Fensterbrett in Günter Augustats Büro sind kleine Messingtafeln nebeneinander aufgereiht. Jede ist etwa so groß wie ein Taschenbuch, trägt eine Jahreszahl und den Namen eines Landes. Wenn Augustat an seinem Schreibtisch sitzt, stehen die Täfelchen rechts neben ihm in Augenhöhe. Ägypten, Türkei, Pakistan. Es sind Erinnerungen an Gaskraftwerke, an denen der 52-Jährige mitgearbeitet hat. Blank polierte Trophäen einer Arbeitsbiografie. Goldene Zeiten.

Augustat arbeitet seit über 20 Jahren bei Siemens. Nach einer Fahrzeugschlosser-Lehre im Reichsbahn-Ausbesserungswerk Schöneweide, einem Kraftwerkstechnik-Studium und einer Zwischenstation bei einem kleinen Cottbuser Kraftwerksanlagenbauer hatte er zur Jahrtausendwende im Gasturbinenwerk in der Huttenstraße angefangen. Nachdem Siemens im vorigen Jahr seine gesamte Energiesparte abgespalten hatte, heißt sein Arbeitgeber nun Siemens Energy. An der Arbeit in Moabit hat sich dadurch zunächst nichts verändert. Dort werden nach wie vor große Turbinen für Gaskraftwerke gebaut. Etwa für das erst vor neun Monaten angelaufene Vattenfall-Kraftwerk an der Marzahner Rhinstraße oder für jene Anlagen, an die die Täfelchen in Augustats Büro erinnern. „Die laufen alle noch“, sagt er. „Und in 20 Jahren auch noch.“

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