Inmitten des Ukraine-Kriegs hat die Rüstungsfirma Heckler & Koch deutlich mehr Geschäft gemacht. Der Umsatz sei im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22,2 Prozent auf 77,5 Millionen Euro gewachsen, teilte die Firma am Freitag in Oberndorf (Baden-Württemberg) mit.

Der Nettogewinn wurde von 3,3 auf 8,1 Millionen Euro mehr als verdoppelt. „Soweit wir zurückblicken können, war es das beste Jahresauftakt-Quartal der Firmengeschichte“, sagte Finanzvorstand Björn Krönert. Als Gründe für die positiven Zahlen nannte er eine generell hohe Nachfrage nach Waffen und effizientere Arbeitsabläufe.

Ohnehin schon hohe Nachfrage wird sich weiter verstärken

Die Folgen des Ukraine-Krieges fließen noch nicht in die Quartalszahlen ein - es gab also keinen Staat, der als Reaktion auf den russischen Angriff in Oberndorf Waffen kurzfristig bestellt und sie noch im März bekommen hat. Solche Zusatzgeschäfte, über die H&K nicht im Einzelnen spricht, würden sich wegen Produktions- und Lieferzeiten frühestens im Herbst auf den Umsatz auswirken.

Firmenchef Jens Bodo Koch sagte, dass die Nachfrage von Nachbarstaaten Russlands seit der Krim-Annexion 2014 gestiegen sei - diese ohnehin schon hohe Nachfrage werde sich nun wohl noch verstärken. „Staaten an der Ostflanke der Nato stocken ihre Waffenbestände auf oder erneuern sie - es wird in Ausrüstung investiert, um die Verteidigungsfähigkeit sicherzustellen.“

Welche Aufträge im Jahresauftakt-Quartal hinzukamen, sagte der Manager nicht. Bekannt ist aber, dass H&K in der Vergangenheit zum Beispiel Sturmgewehre an Norwegen, Litauen und Lettland geliefert hat - das sind Rahmenverträge, bei denen nachbestellt werden kann.