Berlin - Wachsende internationale Unsicherheit und die schwierige Suche nach Arbeitskräften dämpfen das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Die führenden Wirtschaftsforscher senkten ihre Konjunkturpognose in ihrem am Donnerstag vorgelegten Herbstgutachten daher deutlich ab.

Für 2018 erwarten sie nun ein Wachstum von 1,7 Prozent- in ihrer Frühjahrsprognose waren sie noch von 2,2 Prozent ausgegangen; für 2019 senkten sie die Prognose von 2,0 auf 1,9 Prozent.

„Aufschwung verliert an Fahrt“

„Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft verliert an Fahrt“, erklärte Roland Döhrn, Konjunkturchef des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. „Die Nachfrage aus dem Ausland ist schwächer geworden, gleichzeitig haben Unternehmen offenbar zunehmend Probleme, genügend Arbeitskräfte für ihre Produktion zu finden.“

Vergrößert haben sich den Wirtschaftsforschern zufolge im Vergleich zum Frühjahr die Risiken: „Weltweit insbesondere durch die zunehmende Zahl von Handelskonflikten, auf europäischer Ebene durch die Möglichkeit eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der EU und einer möglichen Schuldenkrise in Italien“, erklärten die Institute.

Die Gemeinschaftsdiagnose wird erarbeitet vom RWI in Essen, vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, vom Ifo Institut in München, vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) und vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH). Das Gutachten der Institute dient der Bundesregierung als Grundlage für ihre eigene Prognose. (afp)