Am Fuße des Fernsehturms wurden in Berlin-Mitte schon im August erste Heizpilze aufgestellt. 
Foto: Imago

BerlinZuschüsse für Heizpilze zur direkten Aufheizung der Atmosphäre - das ist der jüngste Plan der Bunderegierung im Rahmen der „Menschheitsaufgabe“ Klimaschutz, wie das die Kanzlerin vor gar nicht allzu langer Zeit nannte. Als sie in diesem Zusammenhang von einer „Frage des Überlebens“ sprach, ahnte man noch nicht, dass die Wirte gemeint sein könnten.  Ähnlich geartete Beiträge der deutschen Politik diverser Ebenen zur Klimafrage gefällig? Hier eine kleine Auswahl: Wälder abschlagen für eine Autobahn (im grün-schwarz regierten Hessen, nicht in Brasilien, dort wäre man sehr gegen Waldvernichtung), reihenweise Dörfer abbaggern für den Braunkohletagebau (in NRW, nicht für einen Staudamm in Afrika, da müsste man offiziell protestieren), Mühlendammbrücke in Berlin so breit, wie sie steht, neu bauen, damit die autogerechte Stadt für die nächsten 80 Jahre funktioniert (was soll man machen, sagt der rot-rot-grüne Verkehrswende-Senat). 

Allen Ernstes: Das Bundeswirtschaftsministerium will nicht etwa nur das bestehende Heizpilzverbot aussetzen, wie das der Städtebund wünscht, sondern die Anschaffung der CO2-Superspreader finanziell unterstützen. So wird die übliche Klimaheuchelei auf die Spitze getrieben. Auch bei den Grünen, vormals Öko-Partei, heißt es zum Comeback der Klimakiller: „In Pandemiezeiten sollte man nicht päpstlicher sein als der Papst“, so der Wirtschaftspolitiker Dieter Janecek. Diese Logik zerstört zwar den Markenkern der Grünen, aber man ist lieb Kind der Leute, denen kein anderer als der dümmste Weg einfällt.

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