Berlin - Ende eines Kapitels: Das Ellington-Hotel in der Nürnberger Straße schließt am 16. August seine Türen. Der Mietvertrag endet am 30. September. Währenddessen brodelt die Gerüchteküche: Hintergrund soll die Übernahme der Eigentümergesellschaft durch die österreichische Immobiliengruppe Signa sein. Das berichtete am vergangenen Freitag zuerst das Webportal „Gourmetwelten“. Nach Medienberichten liegt für die rund 80 Mitarbeiter des Ellington Hotels bereits ein Übernahmeangebot vor. Das Schwesterhotel Estrel Berlin in der Neuköllner Sonnenallee will demnach einspringen.

Die Signa Gruppe, die vom österreichischen Milliardär René Benko gegründet wurde, hat einige Luxushotels wie das Park Hyatt in Wien im Portfolio. Die britische Zeitung The Times mutmaßte am Freitag wiewohl schnell, mit der Investition verfolge die Gruppe keine Erweiterung dieses Portfolios. Sie setze auf eine andere Karte. Die Österreicher besitzen über eine Tochtergesellschaft auch die Immobilie, in der das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) untergebracht ist. Sie betreiben das Kaufhaus gleichsam über eine weitere Gesellschaft als deren Mehrheitseigner – neben chinesischen Investoren. Dem Bericht zufolge könnte die Signa Gruppe planen, das KaDeWe zu erweitern und damit Europas bislang größtes Luxuskaufhaus, das Harrods in London, abzulösen. 

Das Ellington war vor 14 Jahren aufwendig zum Hotel umgebaut worden, nachdem es einige Jahre als ehemaliger Verwaltungstrakt leer gestanden hatte. Der fast 200 Meter lange Gebäudekomplex in der Nürnberger Straße 50-55, auch als Femina Palast bekannt, wurde Ende der 1920er Jahre errichtet und steht unter Denkmalschutz. 

An der Passauer Straße wird unweit des Ellington Hotels unterdessen bereits ein Areal zu einem Parkhaus und anderen Einrichtungen des KaDeWe umgebaut. Die Signa Gruppe hat sich bislang nicht zu den Übernahmeberichten geäußert.