IBB: Förderprobleme bei der Berliner Investitionsbank

Was haben solche Firmen wie die Bio-Supermarktkette Bio Company, der Online-Brillenspezialist Mister Spex und die Babbel- Sprachlernkurse gemeinsam? Wenigstens zwei Dinge: Sie sind erfolgreich – und sie sind von der Investitionsbank Berlin (IBB) in unterschiedlicher Weise unterstützt worden. Bio Company beispielsweise ist seit 1999 am Markt und hat sich mit inzwischen mehr als 30 Filialen im Bio-Bereich zum Marktführer in Berlin/Brandenburg hochgearbeitet. Mister Spex, 2007 gegründet, schrieb vergangenes Jahr erstmals schwarze Zahlen, ist Deutschlands führender Online-Brillenhändler und expandiert international.

Seit Jahren unterstützt die Investitionsbank als Förderbank des Landes Berlin Berliner Firmen. Im vergangenen Jahr erteilte die Bank Finanzierungszusagen im Bereich der Wirtschaftsförderung über insgesamt 334 Millionen Euro, was leicht unter dem Ergebnis des Vorjahres lag. Vorstandschef Jürgen Allerkamp führte den Rückgang vor allem auf die niedrigen Zinsen infolge der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zurück. Solche Finanzkonditionen machten jeder Förderbank das Leben schwer.

Zudem seien die Geschäftsbanken seit geraumer Zeit wieder im Markt aktiv und konzentrierten sich auf den Mittelstand und auch auf Immobilienprojekte. Zudem wachse die Berliner Wirtschaft, insgesamt sei somit der echte Bedarf an Förderung etwas zurückgegangen.

Mehr preisgünstiger Wohnraum

Dennoch lassen sich die Ergebnisse sehen. Mit der Wirtschaftsförderung aus dem Hause IBB wurden rund 4,1 Milliarden Euro Investitionen angeschoben. Das sind immerhin 20 Prozent aller Wirtschaftsinvestitionen in Berlin. Der Beschäftigungseffekt ist enorm: Damit wurden rund 18 000 Arbeitsplätze gesichert, fast 4 000 davon neu geschaffen. Die Zahlen ergeben sich aus den konkreten Einzelprojekten.

Allerkamp kündigte an, weiter mehr Gewicht auf das Immobiliengeschäft zu legen, auf das bereits jetzt zwei Drittel des Neugeschäfts – Zusagen über 590 Millionen Euro wurden gemacht – bei den Finanzierungen entfallen. Hier sei das Ziel der Förderung, preisgünstigen Wohnraum in Berlin zur Verfügung zu stellen. Allerdings liefen die IBB-Programme wegen der allseits günstigen Zinskonditionen noch nicht so gut, so dass über eine Erhöhung der Zuschüsse nachgedacht werde.

Im Endeffekt lag der Gewinn bei knapp 59 Millionen Euro und fast neun Millionen unter dem Vorjahreswert. Das wertete Allerkamp angesichts der Umstände als „achtbares Ergebnis“. Abzüglich der erbrachten Förderleistungen für das Land von 33 Millionen Euro (der sogenannte Berlin-Beitrag) ergab sich ein Jahresüberschuss von fast 26 Millionen Euro.

Für 2015 werde das Ergebnis maximal auf diesem Niveau ausfallen, hieß es. Belastend würden sich neben dem Zinsniveau unter anderem auch Pensionsverpflichtungen innerhalb der Bank auf das Ergebnis auswirken, sagte Finanzvorstand Sonja Kardorf.

Das sei aber kein großes Problem, so Allerkamp: Nicht die Ergebnismaximierung stehe im Vordergrund, sondern die Förderung Berliner Firmen.