Ifo prognostiziert Stagnation: Ukraine-Krise bremst deutsche Wirtschaft aus

Bereits in den Monaten April bis Juni habe die Entwicklung in der Ukraine Bremsspuren beim Wachstum hinterlassen, schrieb Hans-Werner Sinn in einem Gastbeitrag für die Wirtschaftswoche. Die Annahme, das zweite Quartal dieses Jahres weise gegenüber dem ersten Vierteljahr ein Plus von 0,3 Prozent auf, sei nicht mehr zu halten.

„Wahrscheinlicher ist ein Nullwachstum.“ Auch das dritte Quartal müsse wohl nach unten revidiert werden. Die Wachstumsprognosen von 2,0 Prozent für dieses Jahr und 2,2 Prozent für nächstes Jahr müssten wohl deutlich gesenkt werden. Allerdings werde Deutschland keinesfalls in eine Krise rutschen.

Die EU hatte am Mittwoch weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen. Sie traten am Freitag in Kraft. Damit soll das Land zum Einlenken in der Ukraine-Krise bewegt werden. Die Krise trübt inzwischen die Aussicht von immer mehr deutschen Unternehmen. Wie das Ifo-Institut ermittelte, sank die Stimmung im Juli bereits den dritten Monat in Folge. Das gilt als Anzeichen für einen Abwärtstrend in der Konjunkturentwicklung.

Deutschland werde allerdings nicht in eine Krise rutschen, schrieb Sinn. Die Binnenwirtschaft werde von einem ansehnlichen Konsumzuwachs getragen, der Dienstleistungssektor sei stabil und der Ifo-Indikator habe im Vergleich zu früheren Vergleichsperioden nur moderat nachgegeben. „Es gibt somit keine Ähnlichkeiten zum Katastrophenjahr 2008.“ Damals hatte die Finanzkrise die Weltwirtschaft ins Wanken gebracht. (Reuters, dpa)