IHK-Umfrage: Aussichten für die Wirtschaft schlecht wie nie

Düstere Zukunftsaussichten für die Wirtschaft in Brandenburg: Nach den Herbst-Konjunkturumfragen der Industrie- und Handelskammern (IHK) dämpfen die Energiek...

ARCHIV - Ein Mann geht mit Einkaufstüten durch die Innenstadt.
ARCHIV - Ein Mann geht mit Einkaufstüten durch die Innenstadt.Markus Scholz/dpa/Symbolbild

Potsdam-Düstere Zukunftsaussichten für die Wirtschaft in Brandenburg: Nach den Herbst-Konjunkturumfragen der Industrie- und Handelskammern (IHK) dämpfen die Energiekrise, Konsumzurückhaltung, Rohstoff- und Arbeitskosten die Geschäftserwartung so stark wie selten zuvor. Die Energiekrise gefährde die regionale Wirtschaft flächendeckend, teilte die IHK Potsdam für Westbrandenburg am Dienstag mit. Im Handel etwa lägen die Aussichten auf dem bisher niedrigsten Stand. Die Sorge, dass sich das Konsumklima weiter verschlechtert, ist groß.

Auch im Süden des Landes erwarteten so viele Unternehmen wie nie zuvor einen ungünstigen Geschäftsverlauf. Die auf einem historischen Tiefpunkt angekommenen Geschäftserwartungen seien alarmierend, hieß es vom Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Wolfgang Krüger. Fast 70 Prozent der Betriebe rechnen nach der Umfrage künftig mit einem schlechten Verlauf. Im Frühjahr lag der Wert nach der Befragung bei 41 Prozent.

Wirtschaftszweige wie Bau, Dienstleister und Händler befürchten der IHK zufolge große Einbußen, da die Erhöhungen nicht in vollem Umfang an die Endkunden weitergegeben werden könnten. Fast 90 Prozent der Betriebe nennen die Energie- und Rohstoffpreise als Hauptrisiko der wirtschaftlichen Entwicklung, gefolgt vom Fachkräftemangel (61 Prozent), hohen Arbeitskosten (56 Prozent) und den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (54 Prozent). Die derzeitige Geschäftslage zeigt sich laut Umfrage in Südbrandenburg allerdings noch relativ stabil.

Auch die Befragung im IHK-Bezirk Potsdam, der zahlreiche Landkreise mit umfasst, ergab, dass sich bei den Geschäftsaussichten der Abwärtstrend aus dem Frühjahr fortsetzt. Eine klare Mehrheit der 400 Unternehmen, die sich beteiligten, rechnet mit einer Verschlechterung der aktuellen Lage.

Besonders deutlich werden die düsteren Perspektiven im Handel: Nachdem bereits im Frühjahr mit minus 47,5 Punkten ein Tiefstwert bei den Geschäftsaussichten erreicht wurde, ist dieser mit minus 67,5 Punkten nun erneut deutlich unterboten worden, teilte die IHK in Potsdam mit. Im Gastgewerbe werden demnach die Aussichten fast so schlecht eingeschätzt wie zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020. Die aktuelle Lage bezeichnete rund die Hälfte der Unternehmen über alle Wirtschaftsbereiche hinweg als befriedigend.