Köln - Wer im Supermarkt Bio-Eier einkauft, sollte den Inhalt des Eierkartons genau prüfen. Und zwar nicht nur, um zu schauen, ob Eier fehlen oder Bruchstellen haben – sondern um sicherzugehen, dass auch drin ist, was auf dem Karton steht.

Denn eine dreiste Masche ist anscheinend weiter verbreitet als man denkt: Kunden tauschen im Supermarkt heimlich teure Bio-Eier mit günstigeren Eiern aus Freiland-, Boden- oder Käfighaltung aus.

Bio-Eier ausgetauscht – für Kassierer nur schwer zu überprüfen

Statt den Aufpreis für Bio-Eier zu zahlen, packen sie sie kurzerhand um und zahlen an der Kasse dann den niedrigeren Preis. Kunden nach ihnen bekommen dann keine Eier aus ökologischer Erzeugung, sondern die untergeschummelten Eier – und zahlen dafür auch noch den höheren Preis.

Für Kassierer und Supermarkt-Mitarbeiter ist der Schummel mit ausgetauschten Eiern im hektischen Arbeitsalltag nur schwer aufzudecken. Denn um die falschen Bio-Eier zu entlarven, müssten sie an der Kasse jedes einzelne Ei genau kontrollieren und die Prägung mit der Angabe auf dem Karton abgleichen.

Falsche Bio-Eier: Edeka-Kunde beschwert sich – Hersteller ist das Problem bekannt

Dass das immer wieder passiert, hat 2018 ein Hersteller zugegeben, nachdem ein Edeka-Kunde auf Facebook von der Supermarktkette wissen wollte, warum in seinem Karton mit Bio-Eiern nur Eier mit der Prägung für Freilandhaltung enthalten waren. Edeka verwies den Kunden an den Hersteller Biohennen AG. Gegenüber der „Huffington Post“ erklärte eine Sprecherin dann, dass das Unternehmen „definitiv keine Freilandeier verpacke“.

Sie bestätigte allerdings den Eindruck, dass häufiger falsch verpackte Eier im Einkaufswagen landen: „Wir hatten jetzt schon öfter den Fall, dass Kunden die Eier im Geschäft ausgetauscht haben.“ Ähnliches berichtet uns eine Kassiererin, die für eine andere große deutsche Supermarktkette arbeitet, jedoch anonym bleiben möchte.

Was bei Supermarkt-Mitarbeitern und Herstellern also kein unbekanntes Phänomen ist, scheint bei den Unternehmen selbst noch nicht angekommen zu sein. Auf Anfrage erklärt ein Rewe-Sprecher, das Problem sei ihnen nicht bekannt. Edeka möchte sich zu dem Thema nicht weiter äußern.

Tipp: Daran erkennen Verbraucher, ob ein Ei wirklich „bio“ ist

Kunden sollten also vor dem Kauf lieber selbst überprüfen, ob sie die richtigen Eier im Karton haben. Und das geht so: Ein aufgedruckter Code verrät, wo die Eier herkommen. Beginnt die Prägung mit einer 1, stammen sie aus Freilandhaltung. Eine 2 steht für Bodenhaltung und eine 3 für Käfighaltung. Nur Eier, bei denen eine 0 am Anfang der Prägung steht, kommen aus ökologischer Erzeugung. Wer Bio-Eier kauft, sollte also darauf achten, dass alle Eier mit einem 0er-Code versehen sind.

Die Codes sind EU-weit geregelt und enthalten neben einem Hinweis auf das Haltungssystem auch Angaben zum Herkunftsland und -Bundesland. Wer es ganz genau wissen will, kann den Code auf der Webseite was-steht-auf-dem-ei.de eingeben und das Ei zu seinem Herkunftsort zurückverfolgen.