Brüssel - Die Worte saßen. Vom „Sanierungsfall“ sprach der Redner und davon, dass Europa die wahre Lage noch nicht genügend erkannt habe. Das Problem ist: Der Redner hieß Günther Oettinger und er ist als EU-Kommissar selbst Teil eben jenes Europa. Aber im erlesenen Kreis der Deutsch-Belgisch-Luxemburgischen Handelskammer setzte Oettinger zu einer schonungslosen Analyse an. Just einen Tag bevor sein Kollege Olli Rehn die sanfte Abkehr vom Sparkurs verkündete, polterte der Deutsche. Es oettingerte wieder mal in Brüssel.

Das macht Günther Oettinger, 59, gern. Mal schlug er vor, die Flaggen von Schuldenstaaten in Brüssel auf Halbmast zu setzen. Mal regte er an, den Sanierungsfall Griechenland von EU-Beamten verwalten zu lassen. Stets gilt die Regel: Je kleiner die Runde, umso größer die Chance auf einen echten Oettinger: „Die neue Rote Armee von Putin sind die russischen Energievorkommen, Kohle, Gas und Öl“, klagte Oettinger im Vorjahr vor einer trauten Gruppe von deutschen und amerikanischen Journalisten im Badischen.

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