Die Inflation schlägt sich auch auf die Versicherungsbranche nieder. Insbesondere in der Schadenversicherung steigen die Preise stark, aber auch die private Krankenversicherung (PKV) ist mit deutlich höheren Kosten konfrontiert, berichtet die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV) am Montag auf ihrer virtuellen Pressekonferenz. Zwar ließen sich noch keine generellen Prognosen zu künftigen Prämienentwicklungen geben, dass es zu Beitragsanpassungen für Versicherte kommen wird, sei aber zu erwarten.

„Bisher war der medizinisch-technische Fortschritt Treiber der Gesundheitskosten, der durch die Inflation nicht per se beschleunigt wird. Nun ist zum Beispiel damit zu rechnen, dass die ohnehin seit Jahren steigenden Medikamentenkosten zusätzlich von steigenden Herstellungskosten getrieben werden“, sagt Maximilian Happacher, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DAV. Außerdem bleibe abzuwarten, welche Folgen die Inflationsentwicklung auf die kommenden Tarifabschlüsse und damit die Lohnkosten im Gesundheitswesen habe. Aufgrund eines komplexen Prämienanpassungsverfahrens in der PKV würden sich die inflationsbedingten Kostensteigerungen dennoch frühestens 2024 in teureren Tarifen widerspiegeln.

Extrem gestiegene Material- und Handwerkskosten

Schneller könnte es in der Schadenversicherung gehen. Hier sei der Preisdruck beispielsweise aufgrund von extrem gestiegenen Material- und Handwerkskosten noch größer. Das betrifft insbesondere die Wohngebäude- oder auch die Kfz-Versicherungen. Wann und wie viel Versicherte künftig mehr zahlen müssen, werde sich zeigen. „Umfang und Geschwindigkeit von Preisanpassungen sind stark unternehmensindividuell“, so Happacher.