Die Bauwirtschaft in der Region hat einen schweren Stand. Zwar lässt das Wetter für die nächsten Tage Bautätigkeit zu, doch die schlechte Bilanz des Jahres wird das nicht mehr verbessern: Die Branche wird laut Bauindustrieverband Berlin-Brandenburg das Vorjahresniveau klar verfehlen und rund 6,3 Prozent weniger Umsatz erzielen, sagte Vizepräsident Wolfgang Frey am Dienstag in Berlin.

Als Grund nannte er den langen Winter zu Jahresbeginn, die Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand sowie den Einbruch im Wirtschaftsbau. Der Umsatz mit Projekten des öffentlichen Baus wird um fast sieben Prozent unter dem Vorjahr liegen, beim Wirtschaftsbau werden es sogar 16 Prozent sein. Frey beklagte, dass sowohl im Straßen-, Wasser- als auch im Bahnbau Aufträge ausgeblieben seien. Einzig der Wohnungsbau liege hauchdünn im Plus.

Viele Brücken baufällig

Auch für 2014 rechnet der Verband insgesamt mit einem Umsatz-Rückgang, der aber nur noch bei einem Prozent liegen sollte. Der Wohnungsbau werde wachsen. Der Verband sprach sich klar gegen eine Mietpreisbremse bei Neubauten aus, weil das Investoren verschrecken würde. Im öffentlichen Bau werde dagegen die Talfahrt noch schneller vorangehen. Verbandspräsident Marcus Becker sagte zur Infrastruktur in Berlin: „Wir erwarten, dass die Stadt zusammenbricht.“ Als Beispiel nannte er die Brücken in Berlin. Von den rund 1 000 Bauwerken seien 70 baufällig und sieben stark einsturzgefährdet. Bei der stark befahrenen Rudolf-Wissell-Brücke als Teilstück der A 100 drohe über kurz oder lang eine Teilsperrung. Pro Jahr würden maximal fünf Brücken saniert. Das sei zu wenig.