Wie viel Zeit verbringen Sie pro Woche auf dem Chefsessel?

50 bis 60 Stunden kommen da garantiert zusammen. Der Sessel ist mein Arbeitsplatz. Da schraube, löte, klebe, schreibe, programmiere ich.

Wo können Sie am besten entspannen?

Hört sich vielleicht blöd an, ist aber so: Hier auf diesem Sessel an meinem Arbeitstisch.

Wollten Sie schon immer werden, was Sie jetzt sind?

Nee. Bei mir ging es völlig durcheinander. Eigentlich wollte ich Elektriker werden, bin dann aber Maurer geworden und habe schließlich als Krankenpfleger gearbeitet. Irgendwann habe ich es in dem Beruf aber nicht mehr ausgehalten, weil Abrechnungen, Formulare und Computer immer wichtiger wurden als die Menschen. Das hat mich zum Schluss fast aufgefressen. Leider, denn Altenpflege war wirklich mein Ding.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe als 14-Jähriger Müll sortiert. Das war so Anfang der Neunziger in Pinnow in der Uckermark. 165 D-Mark gab es dafür im Monat. Mein Vater hat mich da ziemlich getriezt. Arbeiten war damals nicht so mein Ding. Das kam erst später.

Wer verdient Ihrer Meinung nach zu wenig?

Natürlich alle, die in der Altenpflege arbeiten. Ich habe bis vor einem Jahr Früh-, Spät- und Nachtdienste gemacht, wenigstens 50 Stunden die Woche. Im Monat habe ich tausend Euro netto bekommen. Aber das Geld ist nur die eine Sache. Die Leute brauchen auch Zeit, um zwischendurch mal abschalten zu können.

Was würden Sie niemals für Geld tun?

Es wäre leicht, hier viele Sachen aufzuzählen, aber ich bin kein Heiliger. Das kommt doch auf die Situation an. Ich kann nichts ausschließen.

Welchen Wunsch wollen Sie sich noch erfüllen?

Einmal mit meiner Frau weit weg verreisen. Zwei, drei Wochen Südsee. Dorthin, wo es wirklich so aussieht wie auf den Postkarten und dann kein Handy, kein iPad und kein WLAN.

Welche ist Ihre Lieblings-App?

Der Taschenrechner, weil man als Selbstständiger immer rechnen muss.

Worauf freuen Sie sich, wenn Sie abends nach Hause kommen?

Auf meine Frau, meinen Hund, meine Couch.

Wie lautet Ihr wichtigster Rat an Schulabgänger?

Auf jeden Fall eine Ausbildung machen. Wer die Möglichkeit hat, Abitur zu machen und dann zu studieren, umso besser.

Womit bringt sich ein Bewerber im Vorstellungsgespräch um alle Chancen?

Wenn einer schon nach ein paar Sekunden wissen will, wie viel Geld er bekommt, wie die Arbeitszeiten sind, oder ob er vielleicht manchmal auch länger machen muss.

Was würden Sie mit 50 Millionen Euro in Berlin verändern?

Ich würde damit Kindern in Hospizen und Menschen in Altenheimen ihre letzten Wünsche erfüllen. So könnten sie noch einmal das erleben, was sie schon immer erleben wollten. Es würde nicht Berlin verändern, aber vielen Menschen eine große Freude bereiten.