Tel Aviv - Kinder schreien „guck mal!“ Passanten drehen sich erstaunt um, wenn Nimrod Elmish seine Runden im alten Hafen von Tel Aviv dreht. Eigentlich fährt er bloß ganz normal Fahrrad. Aber so ein Vehikel, das einem bunten Comic entsprungen sein könnte, haben die Leute noch nicht gesehen. Das Teil fällt nicht nur äußerlich auf, es hat es auch in sich. Das Bike, das Elmish vorführt, besteht ausschließlich aus altem Pappkarton, recycelten Plastikflaschen und Gummi aus wieder verwerteten Autoreifen. Geschätzte Materialkosten: „Unter zwölf Dollar“, so Elmish.

Die israelische Erfindung könnte die Welt verändern – vor allem das Transportwesen in Entwicklungsländern, schon wegen des günstigen Preises. Davon ist man nicht nur in der Start-up-Firma Cardboard Technologies überzeugt, deren Chef Elmish ist. Hunderte Menschen aus diversen Ecken des Erdballs haben in nur wenigen Tagen insgesamt über 30.000 Dollar locker gemacht, damit das Pappfahrrad in die Massenproduktion gehen kann. Eine Gesamtinvestition von 5,5 Millionen US-Dollar (3,85 Millionen Euro) wird veranschlagt. Davon sollen zwei Millionen über eine Kampagne bei Indiegogo akquiriert werden. Das ist eine internationale Internetplattform für Crowdfunding, bei dem Konsumenten ihr Geld in kreative Projekte aus Kunst und Business stecken können. „Jeder, der bei uns mitmacht“, verheißt Firmensprecherin Sarit Harel, „ist Teil der nächsten grünen Revolution.“

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