Jobs in Berlin: So wandelten sich Berlins Branchen

Die Zahlen auf dem Berliner Arbeitsmarkt sind positiv. Die Arbeitslosenquote geht zurück, wenn sie auch im Vergleich mit den anderen Bundeslandländer mit 10,4 Prozent im November noch relativ hoch ist. Nur Bremen lag mit 10,5 Prozent noch knapp darunter. Doch die Entwicklung geht in die richtige Richtung, freut sich Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU). Nach den aktuellen Daten der Arbeitsagenturen gab es zuletzt 192.000 Arbeitslose in Berlin. Damit hat die Arbeitslosigkeit ihren Tiefststand seit 1991 erreicht.

Die Zahl der Jobs sei aber nicht die ganze Wahrheit, warnt der DGB. Gerade in der Digitalwirtschaft, die als Antreiber der positiven Jobentwicklung angesehen wird, seien dort zahlreiche Jobs entstanden, die dem Niedriglohnbereich zugeordnet werden müssen. Die DGB-Vorsitzende in Berlin-Brandenburg, Doro Zinke, sagte dazu: „Ein Zuwachs bei den Erwerbstätigen sagt erst einmal nichts über die Qualität der Jobs aus. Wir müssen leider feststellen, dass vor allem die prekäre und atypische Beschäftigung gestiegen ist.“

Jeder vierte Berliner im Niedriglohnbereich

Jeder vierte Berliner arbeite derzeit im Niedriglohnbereich um 6,50 Euro pro Stunde. Gerade in der Internet-Branche sei es üblich, dass zu miserablen Konditionen mit vielen unbezahlten Überstunden gearbeitet werde. Oft müssten sich die Leute mit zwei oder Teilzeit-Jobs über Wasser halten. Zinke betonte: „Es ist gut, dass die Arbeitslosigkeit in Berlin sinkt, aber die Menschen müssen auch zu akzeptablen Bedingungen arbeiten und nicht ausgepresst werden.“

Ein Problem in Berlin ist die vergleichsweise hohe Jugendarbeitslosigkeit. Die Quote bei den bis 20-Jährigen lag im November bei 12,3 Prozent, deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Zu den Gründen gehört, dass fast jeder zehnte Schulabgänger in Berlin die Schule ohne Abschluss beendet. Allerdings ist die Quote im Vergleich zum Vorjahr – da betrug die Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe 14,4 Prozent – eine deutliche Verbesserung.

Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt steht am Ende eines tiefgreifenden Strukturwandels. Zwischen 1993 und 2013 hat sich die Struktur der Wirtschaft gravierend geändert. Das produzierende Gewerbe und der Bau haben deutlich an Bedeutung verloren, was mit einem starken Abbau an Arbeitsplätzen einherging. Fast die Hälfte der Jobs gingen verloren. Der Dienstleistungsbereich gewann im gleichen Zeitraum, ebenso die öffentlichen Dienstleister auf den Feldern Erziehung und Gesundheit.

Fast 50 Prozent mehr Menschen als 1993 arbeiten nun in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie im Wohnungswesen. Relativ gering war die Veränderung im Bereich, Handel, Verkehr, Lagerei, Information und Kommunikation. Hier dürften aber vor allem über die neuen Medien und die vielen Start-ups viele Menschen neue Arbeit gefunden haben und damit Rückgänge in den traditionellen Bereichen ausgeglichen haben.

In den vergangenen Jahren ging der starke Beschäftigungsaufbau in Berlin vor allem auf sozialversicherungspflichtige Tätigkeiten zurück, konstatiert die IBB. Dabei entfielen nach Beobachtung der Ökonomen mehr als 90 Prozent des gesamten Beschäftigungszuwachses auf auf die Dienstleistungsbereiche.