Umsonst ist nur der Tod – und der kostet das Leben. Diese Volksweisheit bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Für Geld ist alles zu haben. Nicht nur Computer, Brötchen und Putzkräfte, sondern auch exklusivere Artikel. So erwarb Formel-1-Chef Bernie Ecclestone für 100 Millionen Dollar die Einstellung eines Verfahrens gegen sich. „Eigentlich finde ich dieses kapitalistische System gut“, sagt er. Was es noch zu kaufen gibt:

Bildung: Für gerade einmal 49,90 Euro kann man im Internet einen Doktortitel bestellen, die Lieferung der Urkunde erfolgt versandkostenfrei: Das Angebot auf der Webseite Doktortitel-kaufen hat aber gewisse Schwächen. Verliehen wird ein kirchlicher Ehrendoktor-Titel, vergeben von der Miami Life Development Church. Die Anbieter weisen darauf hin, dass man nicht einfach Dr. vor seinen Namen schreiben darf, sondern den Titel ausschreiben muss. Ein „Doctor h.c. of metaphysiks, MLDC Institute (USA)“ dürfte Geschäftspartner oder Arbeitgeber aber nicht sonderlich beeindrucken. Ob das Ganze legal ist, ist eine andere Frage. Das Berliner Hochschulgesetz aber ist eindeutig: „Titel, die durch Kauf erworben wurden, dürfen nicht geführt werden.“

Für das berufliche Fortkommen wirklich hilfreich und legal ist der Besuch einer Elite-Schule und einer Elite-Universität. In der Bildung gibt es eine „Tendenz zur Re-Feudalisierung“, sagt Gerhard Bosch, Direktor des Instituts Arbeit und Qualifikation an der Uni Duisburg-Essen. „Früher sind die Kinder der reichen Leute aufs örtliche Gymnasium gegangen. Heute wird der Nachwuchs nach St. Gallen geschickt.“

Beim Institut auf dem Rosenberg ist St. Gallen kostet ein Schuljahr inklusive Unterkunft laut Internetseite 84 000 Schweizer Franken (70 000 Euro). Bei zwölf Schuljahren kommen so rund 840 000 Euro zusammen. Wenn es danach auf die Elite-Uni geht, ist die Million schnell überschritten. Die beruflichen Aussichten sind dafür glänzend. (rt.)