Gähnende Leere am Strand in Palma.
Foto: AFP/Jaime Reina

BerlinDie Corona-Krise hat gravierende Folgen für all jene, die auf die Balearen Urlaub machen wollten. Über 50 Prozent der Hotels auf Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera sollen bis 2021 geschlossen bleiben, teilte der Hotelverband der Balearen (ACH) laut Olive Press mit. Auch die spanische Regierung warnte, dass der Tourismus nicht vor Jahresende in Gang kommen werde. Das Land werde die touristischen Aktivitäten erst dann wieder aufnehmen, wenn es „Garantien für außerordentlich sichere Bedingungen“ gebe, sagte Regierungssprecherin María Jesús Montero. Im Sommer werde es mit Sicherheit noch nicht so weit sein, so Arbeitsministerin Yolanda Díaz.

Den Balearen sagen Wirtschaftswissenschaftler die größte Rezession in ihrer Geschichte voraus. Bis zu 400.000 Arbeitsplätze könnten verloren gehen. Denn derzeit liegt der Tourismus völlig brach. Und es ist noch völlig offen, wann touristische Reisen wieder erlaubt oder wann Grenzen wieder geöffnet werden.

Der Hotelverband der Balearen sei sich deshalb mit den Gewerkschaften zunehmend darüber einig, Hotels und Gaststätten nicht zu öffnen, so lange eine Wiedereröffnung noch mehr Verluste bringe als eine Öffnung ohne Touristen, berichtet Olive Press weiter. Es sei sogar möglich, dass viele Unternehmen in den Bereichen Gastgewerbe und Handel die Eröffnung ihrer Geschäfte bis Ostern des nächsten Jahres verschieben.

„Die Hotels müssen eine Mindestbelegung haben, um Verluste zu vermeiden, und es werden jetzt strategische Entscheidungen getroffen, um die langfristige Rentabilität der Unternehmen zu gewährleisten“, wird Gabriel Llobera, Vizepräsident der Konföderation der Unternehmerverbände auf den Balearen (CAEB), zitiert.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass Urlaub in anderen Ländern im Sommer so leicht möglich ist, schätze ich aus gegenwärtiger Sicht eher als unwahrscheinlich ein“, sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag. „Der Sommerurlaub dieses Jahr wird wahrscheinlich eher in Deutschland stattfinden“, glaubt Thomas Bareiß (CDU), Tourismusbeauftragter der Bundesregierung.