Was haben sie doch verächtlich auf den Staat geguckt, die Banker der großen privaten Finanzinstitute. Jahrelang. Bis der Staat sie vor der Pleite retten musste, weil sie ihr Risiko-Management nicht im Griff hatten. Und nun kommt die nächste Schmach: Die Staatsbank KfW hängt alle anderen Banken mit einem Gewinn von 2,4 Milliarden Euro ab. Um 15 Prozent kletterte der Überschuss im vergangenen Jahr nach oben.

Und die Deutsche Bank, die größte unter den Privatbanken? Musste den ohnehin kleineren Gewinn im vergangenen Jahr im Nachhinein noch nach unten korrigieren, so dass er letztlich um sagenhafte 93 Prozent schrumpfte.

Als „Deutschlands dümmste Bank“ (Bild-Zeitung) ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau vor fünf Jahren einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden. Die KfW überwies der Pleitebank Lehman Brothers noch 300 Millionen Euro, weil eine Transaktion nicht rechtzeitig gestoppt wurde. Das brachte ihr viel Häme ein, auch wenn ein großer Teil des Geldes noch gerettet werden konnte. Zuvor stand die Bank am Abgrund, weil sie nicht erkannt hatte, welche Risiken in der Bilanzen der Mittelstandsbank IKB schlummerten. Das Resultat: Ein Milliardenverlust in 2007 und 2008.

Gegenmodell zur Gier

Für die Beobachter war klar: Die Politiker, der Staat, die im Aufsichtsrat der Bank sitzen, können es nicht. Doch seither hat sich viel getan: Der neue Bankchef Ulrich Schröder glättete die Wogen, und versteht es auf den Wogen des Zeitgeistes zu surfen: Er inszeniert die Bank als Gegenmodell zu den renditehungrigen, verantwortungslosen Investmentbankern. Slogan: Bank aus Verantwortung. Das Gebäude ist CO2-neutral, auf dem Dach stehen Bienenstöcke. Von der Größe her ist Schröder mit der KfW der Deutscher Bank und der Commerzbank als inzwischen drittgrößtes Institut aber dicht auf den Fersen.

Die Bank fördert mit ihren Geldern Exporte, Neubauten, energetische Sanierungen, Studenten und Unternehmen. Von der Politik bekommt sie immer mehr Aufgaben übertragen, so hält die KfW neuerdings die deutschen Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS und spielt bei der Energiewende eine wichtige Rolle.

Sitzen bei der KfW die besseren Banker? Vielleicht. Aber das alleine macht den Erfolg des Unternehmens nicht aus. Im Gegensatz zu den Privatbanken kann sich die KfW mit dem Staat im Rücken sehr viel günstiger finanzieren, insbesondere seit der Finanzkrise. Zudem bezahlt sie keine Steuern.

Heimlicher Riese

Offiziell haben sich Konkurrenten damit abgefunden, dass sich die Staatsbank in kürzester Zeit zu einem heimlichen Riesen entwickelt hat. Angesichts der Machtzuwachses der KfW ist zuletzt aber eine Diskussion über die Kontrolle entbrannt. Die Bankenverbände fordern, dass die KfW den gleichen Kontrollen unterworfen werden müsse, wie die anderen Finanzinstitute auch.

Die KfW muss die Konkurrenz inzwischen beschwichtigen. „Es ist nicht das Ziel der KfW, überall die größte Bank zu werden“, sagte der Leiter des Vorstandsstabes, Lutz-Christian Funke, am Montag in Berlin. Der Staat ist derzeit der erfolgreichere Banker.