Die Kfz-Branche hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Werkstätten und Händler verbuchten 2015 einen Gesamtumsatz  von 156,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 6,2 Prozent. Der Neuwagenhandel wuchs um 4,5 Prozent, bei den Gebrauchten betrug der Zuwachs sogar 11,4 Prozent, das Geschäft mit Reparatur- und Wartungsarbeiten legte – nach einem Minus 2014 - um immerhin 1,2 Prozent zu.

Für 2016 erwartet der Präsident des Branchenverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe, Jürgen Karpinski, eine ebenfalls „stabile Entwicklung“.

Die schönen Zahlen täuschen allerdings darüber hinweg, dass die Branche sich in einem tiefgreifenden Wandel befindet, der neben Gewinnern auch Verlierer kennt. Das betrifft zuallererst den Handel, der sich mehr und mehr ins Internet verlagert. „Die Zeiten, in denen die Kunden durchschnittlich fünf bis sechs Mal ins Autohaus kamen, um sich vor Vertragsabschluss eingehend beraten zu lassen, sind vorbei“, sagt Verbandsvize Ulrich Fromme.

Mittlerweile sei die durchschnittliche Zahl der Kundenbesuche im Autohaus vor dem Erwerb eines neuen Wagens auf 1,4 gesunken. Denn die meisten Käufer hätten sich im Internet ihr Wunschfahrzeug einschließlich der Ausstattung bereits zusammengestellt und seien über andernorts verlangte Preise durchaus im Bilde.

Dass dies Druck auf die lokalen Händler ausübt, liegt auf der Hand. Immer mehr Kunden bestellen das Auto aber auch gleich im Internet. In der Folge ist die Zahl der stationären Händler stark zurückgegangen. „Vor zehn Jahren waren rund 18 000 Markenhändler auf dem Markt, heute sind es noch 7800, in fünf Jahren werden vielleicht 4500 übrig sein“, schätzt Fromme. Chancenlos sei der stationäre Handel aber nicht: „Wir müssen und können es schaffen, mit einem hochwertigen Online-Angebot Kunden offline in die Autohäuser zu bringen.“