Die Stimmung bei den Lufthanseaten ist schlecht. Und sie wird sich in diesem Jahr nicht verbessern. Denn Konzernchef Christoph Franz mutet ihnen einiges zu. Er will den Sparkurs noch verschärfen. Das bedeutet, Stellenstreichungen und für alle, die dabei bleiben, Arbeitsverdichtung. Doch gibt es dazu eine Alternative? Bisher hat sie keiner gefunden. Das ist die dunkle Seite davon, dass die Billigflieger das Fliegen immer billiger gemacht haben. Die Fluggäste wurden zu Knauserern erzogen. Das bekommen jetzt die Beschäftigten der Lufthansa schmerzhaft zu spüren. Die frühere Nobel-Airline und ihre Töchter werden sich in fünf Jahren zumindest im Europa-Geschäft um keinen Deut von Ryanair und Easyjet unterscheiden.

Aber immerhin: Franz ist so mutig, es mit den Low-Cost-Carriern doch noch aufzunehmen. Er wagt den Versuch eines radikalen Wandels. Das wird zäh, das wird langen Atem brauchen. Die Gefahr von Rückschlägen während des Umbaus ist enorm groß. Das verdient Respekt.

Denn es gäbe für Franz eine viel einfachere Alternative, die aber einen noch erheblich größeren Kahlschlag bei den Jobs bedeuten würde: Der Umbau zu einem „Hub-Carrier“. Die Airline würde sich auf die Langstrecke von den Drehkreuzen München und Frankfurt aus fokussieren und sich aus dem Kurz- und Mittelstreckenverkehr zurückziehen. Es gibt dafür auch ein Vorbild: British Airways konzentriert sich jetzt nur noch auf das Drehkreuz Heathrow.