BASF baut seinen Standort in Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) aus.
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BerlinEs hat also doch geklappt: Nach dem Tesla-Deal über vier Milliarden Euro für eine neue Elektroautofabrik will nun auch BASF Riesensummen in Brandenburg investieren und Batterien für solche Autos bauen. Die Potsdamer Landesregierung feiert sich dafür, die beiden Großinvestitionen aktiv angeworben zu haben.

Passend zum Kohleausstieg und dem Abbau Tausender Arbeitsplätze in der südbrandenburgischen Lausitz sieht es dort nach einer Renaissance für Industriearbeitsplätze aus. Jahrzehntelang wurden Zehntausende Industriejobs – wie fast überall im Osten – abgeschafft. Als eine der Hoffnungen wurde dann der Tourismus hingestellt. Doch in der Lausitz fürchteten viele, dass sie nun bald vom gut bezahlten Kohlekumpel umsatteln müssen zum schlecht bezahlte Kellner in einem Landgasthof.

Diese Angst vor dem sozialen Abstieg war einer jener Gründe dafür, dass die AfD – die laute Pro-Kohle-Partei – in der Lausitz seit längerem in der Wählergunst auf Platz 1 steht.

Minister sollten zu den Kritikern

Bei aller Euphorie über BASF und Tesla sollte die feiernde Regierung nun die Kritiker dieser Investitionen nicht aus den Augen verlieren. Großanlagen machen viel Dreck und Lärm, und sie verbrauchen mehr Wasser, als alle Landgasthöfe zusammen. In Grünheide fürchten einige Leute sogar, dass die gesamte Region bis nach Berlin langfristig austrocknen könnte.

Im Wahlkampf hatten die Potsdamer Regierungsparteien versprochen, wieder mehr auf die Bürger zu hören. Sie sollten ihre Minister nun in die Regionen schicken, nach Grünheide und nach Schwarzheide, damit sie sich die Sorgen der Leute anhören und  Ängste ausräumen. Berechtigte Kritik sollten sie aufgreifen und bei den Investoren auf eine Lösung der Probleme drängen - im Sinne der Bürger. Denn jeder Protest kann heute schnell eskalieren oder missbraucht werden.