Berlin - Die 1950er und 1960er Jahre waren selige Zeiten für die Familie Brenninkmeijer, der die Modekette C&A noch immer gehört. Das war die Zeit der Bedarfsdeckung, preiswert und praktisch musste die Bekleidung sein. C&A hatte genau das im Angebot.

Diese Zeiten sind lange vorbei. Heute geht es um Bedarfsweckung. Das bedeutet: Extrem schnell auf neue Trends zu reagieren – das Karussell in der Modebranche dreht sich immer schneller. Selbst ein Unternehmen wie H&M, das mal zu den Revolutionären der Zunft gehörte, kommt jetzt in Schlingern. Ganz zu schweigen von C&A.

Zara als Paradebeispiel

Dass der neue Chef Alain Caparros nun nach China schaut, ist nur logisch. Das ist einerseits ein wichtiger Standort für die Fertigung von Textilien, andererseits ist es ein extrem schnell wachsender Absatzmarkt. C&A gleichwohl hat eine Chance, wenn drei Voraussetzungen erfüllt werden: Man muss einen starken Partner finden, am besten den in China allgegenwärtigen Onlinehändler Alibaba.

Um auch im Internet erfolgreich zu sein, muss erheblich schneller als bislang die neue Mode offeriert werden. Und dafür braucht es intelligente Informationstechnik, die die Nachfrage antizipiert. Das ist heutzutage das Rückgrat der Branche. Zara spielt meisterhaft auf dieser Klaviatur. C&A muss es erst noch lernen, hat dafür aber kaum Zeit. Wird Caparros dabei vom sehr konservativen Brenninkmeijer-Clan gebremst, sieht es finster aus für C&A.