Berlin - Mit Entschuldigungen ist das so eine Sache. Sie werden schließlich oft in der Hoffnung genutzt, sich damit reinwaschen zu können, obwohl die Einsicht fehlt. Und so gibt es oftmals Situation, in denen man nicht bereit ist, eine Entschuldigung zu akzeptieren.

Der Dieselskandal ist so ein Fall. Da werden die Konsumenten von Autokonzernen wie VW nach Strich und Faden betrogen. Und anschließend wird nichts unternommen, den geprellten Autokäufern irgendwie zu helfen.

Im Gegenteil: VW-Chef Matthias Müller prescht sogar noch mit der Forderung nach vor, die Dieselsubventionen abzubauen, womit der Wert der ohnehin von Fahrverboten bedrohten Diesel-Autos noch weiter sinken würde.

„Tiere zu missbrauchen ist pervers“

Nun also eine Entschuldigung des VW-Konzerns in einer schier unglaublichen Geschichte: Zehn Affen wurden 2014 bei Versuchen in den USA stundenlang Diesel-Abgasen ausgesetzt, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung dank angeblich moderner Reinigungssysteme erheblich abgenommen hat.

Der Grünen-Politiker Oliver Krischer brachte es auf den Punkt: „Tiere zu missbrauchen, um die Effektivität der eigenen Betrügereien zu beweisen, ist pervers“.

Ist die Entschuldigung glaubwürdig? Ist sie ehrlich gemeint? Da kommen Zweifel auf. Zunächst einmal: Warum erfährt die Öffentlichkeit davon nur dank der Ermittlungen der US-Justizbehörden? Warum hat VW die Sache nicht selbst aufgeklärt und darüber die Öffentlichkeit informiert?

Dazu kommt der Wortlaut der Erklärung vom Wochenende: VW entschuldige sich für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung „Einzelner“. Da zeigt sich wieder: Von Einsicht keine Spur.