Was für eine Euphorie! Für die Aktie von Twitter gab es zum Börsenstart am Donnerstag in New York scheinbar kein Halten mehr: 45,10 Dollar lautete der erste Kurs, im Handelsverlauf schossen die Anteilsscheine an dem Kurznachrichtendienst sogar auf 50 Dollar hoch - eine Rendite von fast 100 Prozent für Anleger, die das Papier zum Ausgebepreis von 26 Dollar erworben hatten. Und das innerhalb von wenigen Stunden! An der Börse ist Twitter nun insgesamt rund 25 Milliarden Dollar wert.

So positiv das Ereignis für das Unternehmen und seine Aktionäre ist, so nachdenklich muss es einen als Beobachter stimmen. Denn die Euphorie um Twitter erinnert in fataler Weise an die Zeiten des Neuen Marktes zur Jahrtausendwende, als Unternehmen nur ein dot.com im Firmennamen tragen mussten, um Millionen und Abermillionen von unbedarften oder gierigen Anlegern einzusammeln. Das Ende ist bekannt: Die Blase platzte, am Ende brachen die Kurse am Neuen Markt um mehr als 90 Prozent ein.

Sicherlich, fast jedes Kind kennt Twitter und der Nachrichtendienst ist ungeheuer populär. Doch wirtschaftlich ist er bislang ein Flop. Das räumt sogar der Börsenprospekt in schonungsloser Offenheit ein: „wir werden möglicherweise in der Zukunft weiterhin signifikante Verluste einfahren und es möglicherweise nicht schaffen, profitabel zu werden oder zu bleiben“, steht da schwarz auf weiß. Das sagt eigentlich alles.