Im vorigen Jahr mussten die Stromkunden so viel Geld wie nie zuvor für die Förderung der erneuerbaren Energien berappen. Rund 24 Milliarden Euro waren es. Ein Skandal? Nein. Es ist genau das Gegenteil. Denn dahinter verbirgt sich eine Erfolgsgeschichte. 2015 war das große Jahr der Windenergie. Endlich kommt auch die Stromerzeugung vor der Küste in Gang. Noch viel besser läuft es mit den Windrädern an Land. Der technische Fortschritt macht es möglich, dass die Rotoren inzwischen elektrische Energie erzeugen, deren Kosten mit denen moderner Kohlekraftwerke vergleichbar ist.

Deutschland bewegt sich in Richtung einer Stromversorgung, die mit immer weniger Importen von fossilen Energierohstoffen auskommt. Davon wird die Wirtschaft langfristig profitieren. Die Branche der Erneuerbaren hat enormes Know-how angesammelt. Hier entstehen Exportchancen: Wenn das mit dem Klimaschutz ernst gemeint ist, dann wird künftig überall auf der Welt deutsche Technik für eine CO2 -freie Energieerzeugung gebraucht.

Und das mit den hohen Kosten für die Energiewende ist ein Märchen. Denn den Kosten für die Förderung der Erneuerbaren steht gegenüber, dass durch den Ausbau des Ökostroms die Preise an den Energiebörsen massiv sinken. Strom wird unterm Strich nicht teurer, sondern billiger.

Dass die Verbraucher in Deutschland davon kaum etwas merken, liegt schlicht daran, dass die Versorger ihre günstigen Einkaufskonditionen nicht weitergeben.