Konferenz in Worms: Verkehrsminister beraten über Tempo-30-Zonen in Innenstädten

ADAC befürchtet Staus und höhere Schadstoffbelastungen

Dem halten die Gegner eines generellen 30er-Limits, zu denen der ADAC  sowie der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) zählen, entgegen, dass die vermeintlich positiven Effekte keineswegs gewährleistet seien und teils sogar ins Gegenteil umschlügen. Auf stark befahrenen Straßen könne Tempo 30 den Verkehrsfluss behindern, vermehrt zu Staus führen und damit die Lärm- und Schadstoffbelastung noch erhöhen, heißt es beim DStGB.  Tempo 30 vor Schulen und ähnlichen Einrichtungen sei dagegen „absolut sinnvoll“. Eine dahin gehende rechtliche Regelung sei notwendig, um die Verfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Zudem sollten Städte und Gemeinden in Eigenregie die Geschwindigkeitsbegrenzungen festlegen können, und nicht wie bisher,  übergeordnete Verkehrsbehörden.

Wissenschaftliche Untersuchungen stützen beide Positionen. Laut  Umweltbundesamt sinkt die Unfallhäufigkeit bei einer Verminderung der Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30 Stundenkilometer um 20 bis 80 Prozent.  Auch die Lärmbelastung geht um durchschnittlich zwei bis fünf  Dezibel zurück, wie Lärmmessungen der Fachhochschule Jena belegen. Ob auch die Schadstoffbelastung durch ein generelles Tempo-30-Limit zurück ginge, erscheint hingehen eher zweifelhaft. 

Auf einer Tagung des UBA im Jahr 2012 wurden Ergebnisse umfangreicher Messungen im realen Straßenverkehr für Dieselfahrzeuge vorgestellt, die eher gegen Tempo 30 sprechen: Bei dieser Geschwindigkeit wurden um  19 Prozent höhere Kohlendioxidemissionen gemessen als bei Tempo 50. Der Feinstaubausstoß lag um 14 Prozent höher, für Stickoxide lag das Plus im Mittel bei sechs Prozent.