Berlin - Mehr Beschäftigte, mehr Aufträge, mehr Gäste in der Hauptstadt – die Berliner Wirtschaft bleibt auch weiterhin auf Expansionskurs und wird sich in diesem Jahr erneut dynamischer entwickeln als das Bundesgebiet insgesamt. Zu dieser Prognose kommt die Investitionsbank Berlin in ihrem aktuellen Konjunkturreport. Ihre Vorhersagen sind optimistisch: Für 2014 wird eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts am Wirtschaftsstandort um 2,2 Prozent erwartet – nach einem Anstieg von lediglich 1,2 Prozent im vergangenen Jahr. Für das kommende Jahr gehen die IBB-Experten sogar von einem Wirtschaftswachstum von 2,6 Prozent aus. Für Deutschland insgesamt werden 2014 knapp zwei Prozent, 2015 dann zwei Prozent erwartet.

Dienstleistungen entscheidend

Die Konjunkturforscher der IBB betonen, dass für das Wachstum die Impulse aus dem Dienstleistungsbereich entscheidend seien. Der Wirtschaftsstandort Berlin befinde sich vor allem aufgrund der stark wachsenden unternehmensnahen Dienste in einem guten Zustand. Darunter sind unter anderem die Bereiche Verkehr und Lagerwesen, Information und Kommunikation, Wohnungswesen sowie wissenschaftliche und technische Dienstleistungen zu verstehen. Sowohl die Umsätze in diesen Bereichen als auch die Zahl der Beschäftigten sind seit 2008 deutlich stärker gestiegen als in der gesamten Berliner Wirtschaft.

Im verarbeitenden Gewerbe sorge die gute Auftragsentwicklung für gute Stimmung, heißt es weiter in dem Report. Der Drei-Monats-Durchschnitt im Zeitraum November 2013 bis Januar 2014 zeige einen Zuwachs von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit seien die Firmen dabei, die im vergangenen Jahr entstandenen Exportrückgänge zu kompensieren. Die Unternehmen rechneten damit, dass der Schwung, mit dem sie in das Jahr 2014 starteten, in den nächsten Monaten sogar noch zunehmen könnte, betonen die IBB-Experten.

Mehr Jobs

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Perspektiven wird sich auch 2014 der Beschäftigungsaufbau in Berlin fortsetzen. Damit bleibt ein bereits langandauernder Trend erhalten: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nimmt in Berlin seit 2006 zu. Dabei entfielen mehr als 90 Prozent des Beschäftigungszuwachses auf die Dienstleistungsbereiche. Von der „stark wachsenden Erwerbstätigkeit und den steigenden Löhnen“ werden nach Ansicht der IBB vor allem die auf private Verbraucher orientierten Berliner Unternehmen profitieren.

Hinzu kommt der nach wie vor stark boomende Berlin-Tourismus. Dieser werde auch 2014 eine starke Stütze der Berliner Konjunktur bleiben und insbesondere beim Einzelhandel für steigende Umsätze sorgen. Die Zahl der Übernachtungen werde um mehr als sieben Prozent auf knapp 30 Millionen steigen.

Die Forscher machen aber eine Einschränkung: Das außenwirtschaftliche Umfeld stelle ein Risiko dar. So seien die Auswirkungen der Schuldenkrise im Eurogebiet zwar eingedämmt worden. Die hohe Verschuldung und die bestehenden Strukturprobleme würden jedoch die Krisenanfälligkeit der europäischen Wirtschaft hoch halten.