Koordinierungsstelle für Kampf gegen Schwarzarbeit startet

Durch Schwarzarbeit entsteht dem Land Brandenburg ein Millionenschaden - das Arbeitsministerium will nun gezielter gegen die Schattenwirtschaft vorgehen. Daz...

ARCHIV - Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand.
ARCHIV - Eine Frau hält Geldscheine und Münzen in der Hand.Daniel Karmann/dpa/Symbolbild

Potsdam-Durch Schwarzarbeit entsteht dem Land Brandenburg ein Millionenschaden - das Arbeitsministerium will nun gezielter gegen die Schattenwirtschaft vorgehen. Dazu hat eine Koordinierungsstelle zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung die Arbeit aufgenommen, wie das Ressort am Mittwoch mitteilte. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit und Abstimmung der Behörden auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene. Die Stelle soll außerdem als Ansprechpartner für Unternehmen, Wirtschaftskammern und -verbände sowie für die Bevölkerung dienen.

Im vergangenen Jahr belief sich nach Kontrollen der Finanzbehörde Schwarzarbeit der Gesamtschaden in Brandenburg auf rund 25,68 Millionen Euro. Davon entfielen rund 7,8 Millionen Euro auf das Bauhaupt- und Nebengewerbe. Überprüft wurden von den Hauptzollämtern neben dem Baugewerbe vor allem das Transport- und Logistikgewerbe, aber auch Paketdienstleister. Zahlen für dieses Jahr zum Gesamtschaden lagen dem Ministerium noch nicht vor.

Nach Angaben von Arbeitsminister Jörg Steinbach schätzen Wirtschaftsforscher den jährlichen Umsatz von Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit deutschlandweit auf etwa 320 Milliarden Euro. Das sei etwa das Vierfache der jährlichen Wirtschaftsleistung Brandenburgs, rechnete er vor. „Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt, sondern schadet unserer Wirtschaft. Sie muss konsequent bekämpft werden. Dazu leistet die neue Koordinierungsstelle ihren Beitrag“, sagte der SPD-Politiker.

Die Forscher gehen dem Ministerium zufolge davon aus, dass es nach Jahren des Rückgangs von Schattenwirtschaft und damit eingehender Schwarzarbeit in diesem Jahr in Deutschland einen Anstieg um 20 Milliarden Euro ergeben könnte. Ursachen dafür sehen sie in der Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der Inflation.