US-Präsident Donald Trump.
AP/Evan Vucci

Eine Enthüllung von Bob Woodward fand diesmal fast abseits der Schlagzeilen statt. Die Watergate-Legende brachte US-Präsident Donald Trump bei der Recherche für sein neues Buch („Rage“) ins Plaudern – und der Präsident erzählte dem Journalisten am Telefon, dass das US-Militär eine neue geheime Atomwaffe entwickelt habe, „wie Putin oder Xi sie noch nie gesehen haben“. Trump wörtlich: „Ich habe ein nukleares Waffensystem gebaut, von dem in diesem Land noch nie jemand gehört hat.“

Die Hoffnung der aufgeregten CNN-Moderatoren, der Präsident könnte die Geheimwaffe nur erfunden haben, erfüllte sich nicht. Woodward bekam die Bestätigung vom Pentagon, dass die USA tatsächlich eine neue Atomrakete entwickelt hätten. Laut dem militärischen Fachmagazin „Task and Purpose“ könnte es sich bei der Waffe um den thermonuklearen Gefechtskopf W76-2 handeln, der den alten W76 ablösen soll und dessen Entwicklung bereits 2018 verkündet wurde, also nicht gerade geheim. Die Waffe ist eine Billig-Variante, mit weniger Sprengkraft als die Hiroshima-Bombe.

Woodward ist trotzdem ein Scoop gelungen: Trump hat sich bisher als Friedensapostel porträtiert, aber offenbar genauso wenig die Absicht, sich aus dem Rüstungswettlauf zu verabschieden wie sein Vorgänger Obama. Woodward hatte schon mit seinem ersten Trump-Buch („Fear“) für Furore gesorgt: Damals hatte er Trump als Irrlicht beschrieben, das von seinen eigenen Mitarbeitern vor sich selbst geschützt werden muss. Diesmal sagte Trump Woodward, dass er über Covid-19 gelogen habe, um eine Panik zu verhindern. Er habe das Virus verharmlost, obwohl er es für sehr gefährlich halte. Die Kommentatoren überschlugen sich vor Empörung. So war allen gedient.

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