Berlin - Der Rollstuhlfahrer aus dem nordrhein-westfälischen Höxter glaubte erst an einen Irrtum: Als es an seinem Rollstuhl Mitte Dezember 2014 einen Defekt gab und er sich an sein gewohntes Sanitätshaus wandte, bekam er eine Absage. Man sei nicht mehr zur Reparatur berechtigt, denn die Krankenkasse des Mannes habe Verträge mit einem neuen Anbieter, so die Aussage der Mitarbeiter. Die Kasse bestätigte das und verwies den Mann an eine Firma im 80 Kilometer entfernten Naumburg. Erst nach einigem Hin und Her wurde der Rollstuhl schließlich Mitte Februar 2015 – also zwei Monate später – von einem Sanitätshaus repariert, das 15 Kilometer von Höxter entfernt liegt.

Derartige Fälle, bei denen die Versorgung der Versicherten mit Hilfsmitteln wie Gehhilfen oder Windeln nicht klappt, häufen sich. „Mich haben besonders in jüngster Zeit viele Beschwerden erreicht, beispielsweise über qualitativ minderwertige Inkontinenzartikel“, berichtete der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), im Gespräch mit dieser Zeitung. „Gerade in einem so sensiblen Bereich, der oftmals mit Schamgefühlen verbunden ist, darf es keine Versorgungsprobleme geben“, kritisierte Laumann die Kassen.

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