Die Preisspanne bei Kreditkarten ist groß: zwischen 0 und 136 Euro Jahresgebühr werden fällig.
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BerlinDie Preisspanne bei Kreditkarten ist groß: Im günstigsten Fall zahlen Kunden nichts, bei teuren Anbietern werden hingegen 136 Euro Jahresgebühr fällig. Das ist ein Ergebnis einer Untersuchung von 28 Kreditkarten der Stiftung Warentest. 

Aber auch ansonsten gibt es große Unterschiede bei den Anbietern. Im schlimmsten Fall wird die Kreditkarte zur echten Kostenfalle. Was Sie wissen müssen, damit Sie nicht hineintappen – die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was hat Stiftung Warentest aktuell untersucht?

Kostenlos beworben und damit wirklich gebührenfrei? Stiftung Warentest hat 28 gängige Kreditkarten getestet, die zwischen 0 und 136 Euro Jahresgebühren kosten. Grundlage war der Kreditkartenpreis im zweiten Jahr. In jedem Fall lohnt es sich bei den Angeboten genauer hinzuschauen. Einige Karten sind nur auf den ersten Blick kostenlos, wie der aktuelle Test für die Zeitschrift „Finanztest“ (7/2020) zeigt. Einige Anbieter knüpfen die kostenlose Kreditkarte zum Beispiel an Bedingungen – etwa einen bestimmten monatlichen Geldbetrag, der auf dem angebundenen Girokonto eingehen muss.

Wo entstehen versteckte Kosten bei einer Kreditkarte?

Für Einkäufe im Internet oder auf Reisen werden Kreditkarten besonders gern eingesetzt. Aber Vorsicht, hier lauern mitunter Kosten, die über die eigentliche Jahresgebühr hinausgehen.

Einsatzgebühren im Ausland: Wer im Ausland Geld in einer anderen Währung abhebt, muss eventuell Aufschlag für den Währungsumrechner bezahlen. Der lag im Test selten unter 1,75 Prozent, bei sieben Kreditkarten-Anbietern sogar darüber. Achtung: Diese Gebühr fällt auch an, wenn der Unternehmenssitz des Verkäufers in einem Nicht-Euroland liegt. Das kann beim Online-Shopping zum Problem werden, wenn Sie überhaupt nicht mit den Gebühren rechnen, da der Preis in Euro angegeben ist. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Bank nach.

Bargeldabhebungsgebühren im In- und Ausland: Auch Euroscheine im In- oder Ausland an Automaten oder Schaltern abzuheben, ist in vielen Fällen nicht kostenlos. Ihre Bank bestimmt den Preis.

Kreditkosten: Natürlich muss man bei den Kreditkarten-Kosten auch die anfallenden Sollzinsen für den in Anspruch genommenen Kreditrahmen berücksichtigen. Hierbei kommt die Höhe maßgeblich auf den Kreditkarten-Typen an.

Welche unterschiedlichen Arten von Kreditkarten gibt es?

Grob wird in drei Typen von Kreditkarten unterschieden: die Prepaid Card, die Charge Card und die Credit Card.

Prepaid-Kreditkarten müssen aufgeladen werden, ähnlich wie beim Guthaben auf einem Handy. Das aufgeladene Guthaben ist auch der Verfügungsrahmen, mehr kann man mit der Kreditkarte nicht bezahlen. Sie kann fast alles, was eine normale Kreditkarte auch kann. Aber in der Regel sind Kreditkarten auf Guthabenbasis nicht kostenlos. Sie sind besonders für diejenigen geeignet, die aus Bonitätsgründen keine Kreditkarte mit Kreditrahmen bekommen können.

Charge Card sind das gängigste Modell. Diese sind meist direkt mit dem Girokonto des Karteninhabers verknüpft. Der in Anspruch genommene Kreditrahmen wird entweder zum Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums, meist also zum Monatsende, komplett ausgeglichen. Oder die Rückführung der offenen Geldsummen erfolgt innerhalb des Kreditrahmens in Raten. Letzteres entspricht dem klassischen Kredit. Hier entstehen Sollzins-Kosten.

Debit-Karten lohnen sich für alle, die die volle Kontrolle behalten wollen. Der ausgegebene Betrag wird immer unmittelbar innerhalb weniger Tage vom verknüpften Girokonto abgebucht. Meist haben Debit-Karten-Kunden Kredit- und Girokonto bei derselben Bank. Es entstehen keine Kosten für Kredit-Zinsen. Wer nicht genug Geld auf dem Girokonto hat und die Kreditkarte nutzt, rutscht in den Dispo des Girokontos.

Warum sollte man von Teilzahlungen bei Kreditkarten absehen?

Die Teilzahlungsfunktion ist oft voreingestellt und für den Verbraucher die größte Kostenfalle. Dabei müssen Sie einen Mindestbetrag (meist zwischen 2 und 10 Prozent der Abrechnungssumme) sofort zurückzahlen und können den restlichen Betrag stunden. Wer seine Karte laufend nutzt, häuft so auf Dauer einen beträcht­lichen Schulden­berg an. Und es entstehen hohe Gebühren. Die Zinssätze liegen meist zwischen 10 und 20 Prozent im Jahr. Banken machen es Verbrauchern unterschiedlich schwer, die Teilzahlung zu vermeiden. Bei einigen Banken reicht ein Anruf bei der Service-Hotline oder ein Klick im Online-Banking für das Abstellen der Teilzahlungsfunktion aus. Andere machen das Abstellen unmöglich. So auch bei vier der 28 von der Stiftung Warentest getesteten Kreditkarten. Von solchen Angeboten raten Verbraucherschützer und Stiftung Warentest ab.

Was taugen Gold- oder Premium-Kreditkarten?

Banken werben häufig mit Gold- oder Premium-Kreditkarten. Diese bieten Zusatzfunktionen, die über die einer Geldkarte hinausgehen. Gängig sind zum Beispiel inkludierte Reiseversicherungen. Und die sind keine gute Idee. Der Versicherungsschutz ist oft nicht empfehlenswert. Da diese Gold- oder Premium-Kreditkarten teuer sind, sind Verbraucher mit einer Standard-Kreditkarte und einer separaten Versicherung in der Regel besser dran.