Berlin - Kennen Sie die Telefonnummer 11 61 17. Nein? Dann geht es Ihnen wahrscheinlich wie der Mehrheit der Deutschen. Unter dieser Nummer lässt sich bundesweit herausfinden, wo sich außerhalb normaler Öffnungszeiten ein ärztlicher Bereitschaftsdienst finden lässt. Doch selbst dann, wenn Betroffenen die Nummer kennen, wird sie häufig nicht genutzt. Denn wer in der Nacht oder am Wochenende einen Arzt braucht, geht in der Regel in die Notaufnahme einer Klinik. Übervolle Wartezimmer, gestresste Ärzte – das sind die Folgen, die dort zu erleben sind. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) schlägt Alarm und fordert eine Reform des Notfallsystems.

Die DKG hat in einer am Dienstag vorgestellten Studie untersuchen lassen, wie es um die Notfallversorgung in Deutschland steht. Danach werden in den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser pro Jahre etwa 20 Millionen Patienten versorgt. Rund die Hälfte davon ist so schwer erkrankt oder verletzt, dass sie weiter im Krankenhaus bleiben muss. Bei weiteren sieben Millionen Patienten reicht der Studie zufolge zwar eine ambulante Behandlung aus, wegen der besseren Verfügbarkeit von Fachärzten und Geräten ist aber auch in diesen Fällen eine Behandlung in der Klinik sinnvoll. Für die restlichen drei Millionen Patienten mit einfachen Erkrankungen sind nach Ansicht der DKG jedoch die Notaufnahmen nicht die richtige Adresse. Sie müssten von niedergelassenen Bereitschaftsärzten behandelt werden.

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