Berlin - Die Deutschen haben sich im vergangenen Jahr häufiger krank gemeldet. Das hat die in Hannover beheimatete Krankenkasse KKH in aus den Daten ihrer Versicherten ermittelt. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu diesem Thema.

Was hat die KKH herausgefunden?

Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Fehltage aus gesundheitlichen Gründen auf 14. Im Vorjahr waren es noch 13,8 Tage. Besonders häufig krank waren die Menschen im Saarland. Sie kamen auf durchschnittlich 16,9 Krankheitstage. Am gesündesten waren die Hamburger mit 12,7 Fehltagen. Die Ursachen für die regionalen Unterschiede lassen sich aus den vorliegenden Zahlen nicht herauslesen. Möglicherweise waren die Länder unterschiedlich stark von der jährlichen Grippewelle betroffen.

Warum ist der Krankenstand gestiegen?

Es gibt einen über die Jahre beobachteten Zusammenhang: Geht es der Wirtschaft schlecht, melden sich die Beschäftigen selten krank, weil sie um ihren Job bangen. Brummt die Konjunktur jedoch, dann steigen die Krankschreibungen, auch weil der Arbeitsplatz sicher erscheint. Genau diese Entwicklung ist offenbar auch aktuell zu sehen.

Welche Branchen sind besonders betroffen?

Ein Vergleich nach Branchen zeigt, dass die Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei mit 17,3 Tage im Schnitt am meisten fehlten. Dahinter liegen Verkehr und Lagerei mit 16,5 Tagen, die Entsorgungswirtschaft mit 15,9 Tagen, das Baugewerbe mit 15,8 Tagen sowie der Handel und das Kfz-Gewerbe mit 15,4 Tagen. Dabei handelt es sich also insbesondere um Branchen mit eher schwerer körperlicher Tätigkeit.

Welche Krankheiten treten am häufigsten auf?

Das hat die KKH aktuell nicht ermittelt. Nach früheren Zahlen anderer Kassen, die sich in etwa gleichen, lassen sich jedoch über die Hälfte aller Fehltage drei Krankheitsarten zurückführen: An erster Stelle stehen Rückenleiden und andere Muskel-Skelett-Erkrankungen, die Männer etwas häufiger betreffen als Frauen. Etwa jeder fünfte Fehltag wird damit begründet.

Danach folgen Krankheiten des Atmungssystems mit rund 15 Prozent Anteil am Gesamtkrankenstand. Fast genauso viele Ausfalltage gehen auf das Konto der psychischen Erkrankungen.