Berlin - Die Gabe der Weissagung wurde für Kassandra zum Fluch. Niemand schenkte ihr Glaube, bis ihre unheilvollen Warnungen schließlich eintraten. Eine ähnliche Erfahrung hat Wolfgang Haber hinter sich. 1985 legte der habilitierte Landschaftsökologe als Vorsitzender des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU) ein erstes Gutachten zu den gravierenden Auswirkungen der modernen Landwirtschaft auf Artenvielfalt und Ökosysteme, auf die Qualität der Böden und des Grundwassers, auf Belastungen für Lebensmittel, Seen und Flüsse vor. Kernbotschaft: Ohne tiefgreifende Veränderungen zerstöre der Agrarsektor – auch seinen eigenen - Lebensgrundlagen.

30 Jahre später kommen Haber, SRU und Umweltbundesamt (UBA) in einer 311 Seiten umfassenden Studie zu dem Ergebnis, dass die Kassandrarufe von einst weitgehend ungehört verhallt sind. Dem gestern präsentierten Gutachten zufolge hat es nur in manchen Punkten, etwa der Pestizidbelastung in Lebensmitteln und Gewässern, messbare Verbesserungen gegeben.

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