Brüssel - Erstmals seit 15 Jahren steht in Europa wieder eine genveränderte Maissorte vor der Zulassung. Die EU-Staaten konnten sich am Dienstag nicht auf ein Verbot für den Genmais 1507 des US-Herstellers Dupont Pioneer verständigen. Da auch keine Mehrheit für eine Genehmigung erzielt wurde, liegt die Entscheidung nun bei EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg. Dieser hatte bereits seine Zustimmung signalisiert, da die EU-Lebensmittelbehörde EFSA keine Bedenken gegen den neuen Mais vorgebracht hatte. Mit Mon810 des US-Konzerns Monsanto war in der EU 1999 letztmals eine Genmaissorte genehmigt worden. Dieser darf allerdings in Deutschland nicht angebaut werden.

In Berlin löste die bevorstehende Genehmigung eine heftige Debatte aus – auch, weil sich die schwarz-rote Bundesregierung beim entscheidenden Votum in Brüssel der Stimme enthielt. Die SPD-geführten Ministerien Umwelt und Wirtschaft hatten sich für ein Verbot der Maissorte ausgesprochen, ebenso das Landwirtschaftsministerium von CSU-Minister Hans-Peter Friedrich. Dagegen wandten sich aber Kanzlerin Angela Merkel und ihre CDU. „Bei fehlender Einigung sieht die Geschäftsordnung der Bundesregierung Stimmenthaltung vor. Auch wenn mir das persönlich im Ergebnis nicht passt“, sagte Europastaatsminister Michael Roth (SPD), der die Bundesregierung in Brüssel vertrat.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.