Lausitz will Lösungen zu Bergbaufolgen international teilen

Mit der Rohstoffgewinnung gibt es in der Welt auch immer mehr Bergbaufolgelandschaften. Ein Forschungszentrum will sich mit seinen Erkenntnissen aus der Laus...

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ARCHIV - Ralph Watzel, Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). dpicture alliance / dpa/Archivbil

Cottbus-Erkenntnisse zur Sanierung und nachhaltigen Gestaltung von Bergbaufolgelandschaften in einem neuen Lausitzer Forschungszentrum sollen zunehmend auch für internationalen Austausch sorgen. „Bergbauflächen außerhalb von Europa nehmen in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zu“, berichtet der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Ralph Watzel der Deutschen Presse-Agentur. Das habe mit einer wachsenden Weltbevölkerung und deren Wohlstandszuwachs zu tun. Es gebe global mehr Bergbau und größere Flächen. Aus diesem Grund sei es daher umso wichtiger, Bergbauvorhaben schon in der Planungsphase zukunftsgerecht auszurichten, betont der Professor und BGR-Präsident.

Länder mit riesigen Bergbauflächen könnten ihm zufolge auch deshalb aus den Erkenntnissen in der Lausitz profitieren. Ein neues im Dezember in Cottbus eröffnetes Forschungszentrum soll verbesserte Lösungen zur Sanierung von Bergbaufolgen und nachhaltigen Gestaltung ehemaliger Bergbaulandschaften entwickeln. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum Bergbaufolgen (FEZB) ist am Lausitzer Standort der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) angesiedelt. Im FEZB werden künftig 34 Expertinnen und Experten arbeiten. Darüber hinaus hat die BGR in verschiedenen internationalen Projekten im Ausland knapp 100 Beschäftigte.

Deutschland baut Watzel zufolge einen „Wissensschatz“ aus der Steinkohle- und Braunkohlesanierung auf, aber auch aus der Uranbergbausanierung wie kaum ein anderes Land. Um zu erfahren, wie sich große Bergbauländer wie etwa Kanada, die USA oder Australien beim Thema Sanierung von Bergbaufolgeflächen nach Ende der Rohstoffgewinnung aufstellen, nahm der BGR an der 15. Internationalen Konferenz für Bergbaufolgen „Mine Closure 2022“ im australischen Brisbane teil. Dort sei es um die gleichen Themen und Aufgabenstellungen gegangen wie in Deutschland.

„Wir sind mit der Gründung des Forschungszentrums auf dem richtigen Weg“, zeigte sich Watzel überzeugt. Ziel der Einrichtung sei es, Sanierungs- und Überwachungstechnologien für eine umweltgerechte Nachnutzung ehemaliger Bergbaustandorte weiterzuentwickeln. Die Beiträge der Vertreter der anderen Bergbauländer auf der Konferenz hätten deutlich gemacht, dass ein interdisziplinäres Herangehen erforderlich sei, berichtete Watzel. Es gehe um die Beachtung von Grundwasserschutz und Bodenfunktionen, aber auch um Landschaftsformen und Ökologie. Aus der Lausitz heraus könnten Erkenntnisse der Folgenutzung nach Europa und weltweit transferiert werden.

Die Herausforderungen seien auch international ähnlich: Es geht laut dem BGR-Präsidenten vor allem um die Herstellung günstiger chemischer Verhältnisse in Böden und Grundwasser, die Langzeitstabilität der Bergbaufolgelandschaften sowie deren Anpassung an eine langfristige Klimaveränderung. Watzel spricht in diesem Zusammenhang von wichtigen Ansätzen in der technischen Zusammenarbeit mit Partnerländern.

Ein Schwerpunkt ist dabei der Wissenstransfer. Das würde er gern noch systematisieren wollen, so der BGR-Präsident. „Es geht jetzt nicht mehr darum, Brunnen zu bohren oder Brücken zu bauen sondern um die Ausbildung von Menschen und die Unterstützung beim Aufbau von Facheinrichtungen in den jeweiligen Bergbauländern.“