Es gibt da ein kleines Laster, mit dem ich mich schwertue: Manchmal besuche ich meine alte Nachbarschaft, in der ich zu Studienzeiten gewohnt habe (nämlich den Wrangelkiez in Kreuzberg), und gehe dort in meiner alten Stammbar Sofia ein Bier trinken. Zugegeben: Aus einem Bier werden auch gern mal zwei oder drei, je nachdem, wie gut das Gespräch am Tresen verläuft. Oft ist es dann sehr spät, oft habe ich dann Heißhunger und gehe dann viel zu oft einer wirklich peinlichen und doch den Tatsachen entsprechenden Gewohnheit nach: Ich gehe zu McDonald’s.

Grund für den Besuch ist die Sehnsucht nach etwas Salzigem, die sich gern dann einstellt, wenn man etwas Alkoholhaltiges getrunken hat. Vergangene Woche war es wieder so weit, an einem Donnerstag. Ich dachte mir nichts Böses und wollte in der McDonald’s-Filiale in Kreuzberg ein Happy Meal bestellen. Auch das hat seine Gründe, denn das Happy Meal gilt als Schnäppchentrick. Schließlich ist das Menü inklusive Cheeseburger, Pommes und Getränk (und Spielzeug) so günstig, dass McDonald’s kaum Geld daran verdient. Grund für das subventionierte Menü könnte die Hoffnung des Konzerns sein, dass die Kinder, die das Menü bestellen, auch als Erwachsene treue Kunden von McDonald’s bleiben. Erwachsene dürfen es aber trotzdem bestellen. Im Internet gilt der Trick als Lifehack.

McDonald’s arbeitet an einer Lösung

Als ich am Donnerstag mein Happy Meal bestellen wollte, irritierte mich ein Schild am Schalter: Wegen Lieferschwierigkeiten gäbe es für das Happy Meal keine Capri-Sun und keine Frucht-Quatsch-Produkte mehr, auch die Spielzeuge seien aus. Das ließ mich fragend zurück. Ein paar Tage später schrieb ich der Pressestelle von McDonald’s und wollte wissen, was es damit auf sich haben könnte. Die ominöse Antwort: „Aktuell gibt es operative Schwierigkeiten bei unserem Logistikpartner HAVI. Dadurch kann es teilweise zu Beeinträchtigungen bei der Belieferung unserer Restaurants sowie in der Folge mancherorts auch zu ausverkauften Produkten kommen.“

Im Internet kursieren Gerüchte, dass die Lieferschwierigkeiten mit dem Ukraine-Krieg zu tun hätten. Verifizierbar ist die Theorie nicht. Klar ist nur, dass das Logistikunternehmen auch Standorte in der Ukraine unterhält, die eventuell für die Engpässe und für die Störung in den Lieferketten verantwortlich sein könnten. McDonald’s-Kunden in anderen Bundesländern vermelden sogar, dass es vereinzelt auch zu Engpässen bei Burgern und Wraps kommen kann. McDonald’s schreibt abschließend: „Wir arbeiten mit allen Beteiligten daran, die Auswirkungen für unsere Gäste so gering wie möglich zu halten und das Problem zeitnah zu lösen.“