Ein einfaches, marktübliches Gehalt reicht nicht mehr aus, um Mitarbeiter von sich zu überzeugen. Die Unternehmen müssen einfach mehr tun“, sagt Oliver Hüfner. Er ist Mitgründer von Smunch, einem Berliner Start-up, das ein „smartes Lunch-Konzept“ für Firmen entwickelt hat.

Der Ansatz: Smunch will es Unternehmen „einfacher machen, ihren Mitarbeitern ein gesundes Mittagessen anzubieten“. Gerade kleinere Unternehmen verfügen nur selten über eine eigene Kantine. Smunch bietet diesen Firmen seinen Lieferservice an und arbeitet dafür mit Dutzenden Restaurants aus Berlin zusammen, denen das Start-up Mittagsgerichte abkauft und an die teilnehmenden Firmen ausliefert. Logistik, Organisation und Abrechnung übernimmt Smunch. Außerdem sollen die Unternehmen mit der Dienstleistung Steuern sparen können.

Zusammen Mittagspause machen

Von italienisch über mexikanisch bis hin zu baltisch ist alles dabei. „Wir kooperieren mit so vielen Restaurants, dass es theoretisch sechs bis acht Wochen keine Wiederholung bei den Gerichten geben müsste“, sagt Hüfner. „Aber natürlich sind einige Restaurants beliebter als andere und werden deshalb von uns öfter gewählt.“ Teilnehmende Firmen selbst können zwar nicht direkt auswählen, von welchem Restaurant am nächsten Tag das Mittagessen kommen soll, aber Mitarbeiter haben die Möglichkeit, das Essen täglich zu bewerten und so ein Feedback an Smunch zu senden.

Vier Menüs stehen täglich zur Auswahl. Darunter eine vegetarische und eine vegane Variante, auch auf Allergien werde Rücksicht genommen. Geliefert wird zu einem festen Termin, gestückelte Bestellungen sind hingegen nicht möglich. „Aber genau so ist das Konzept gedacht“, sagt Hüfner, „dass Teams zusammen die Mittagspause verbringen.“

Steuern sparen mit Zuschlägen

Was damit fehlt, ist in der Mittagspause der Gang nach draußen an die frische Luft. Dazu sagt Hüfner: „Niemand ist verpflichtet, täglich oder auch nur wöchentlich zu bestellen.“ Andererseits rechnet es sich natürlich nur, wenn das Konzept genutzt wird. Smunch verdient an jedem Gericht eine Marge in ungenannter Höhe. Außerdem wird von teilnehmenden Firmen eine Basisgebühr ab 300 Euro im Monat verlangt – die Höhe variiert je nach Größe des Unternehmens. „Ab etwa 50 Mitarbeitern rentiert sich das Konzept für beide Seiten“, sagt Hüfner. Er meint damit zum einen seine eigene Firma, aber auch das Unternehmen, welches den Lunch-Dienst für seine Mitarbeiter beauftragt.

Die Mitarbeiter zahlen für das Essen über die Lohnabrechnung. Dabei, so eine Modellrechnung von Smunch auf seiner Webseite, könnten Arbeitgeber und Arbeitnehmer von Steuervergünstigungen profitieren, die unter anderem für Essenszuschüsse des Arbeitgebers gewährt werden. Zudem werde der Arbeitgeber bei der Abgabe von Sozialversicherungsbeiträgen begünstigt.

Gegründet hat sich Smunch Anfang 2016, neben Berlin verteilen sie Lunch-Boxen an Firmen in München. Frankfurt am Main und Hamburg sollen bald folgen.