"Macher 25"-Preis "Start-up" für Intenta: Das Unterfangen, die Zukunft voraus zu sehen

Wo Porsche drauf steht, ist oft Intenta drin, wie auch in vielen Fahrzeugen von VW und Audi stecken Bauteile der kleinen Start-up-Firma aus Chemnitz. Das erst vor wenigen Jahren aus einem studentischen Forschungsprojekt entstandene Unternehmen wirkt maßgeblich an sogenannten Fahrassistenzsystemen mit, die bereits serienmäßig in der Automobilindustrie eingesetzt werden.

Es geht dabei um Software-Lösungen, die dem Fahrer die Arbeit erleichtern sollen. Die Systeme warnen den Fahrer zum Beispiel, wenn er zu dicht auffährt oder einem Fußgänger zu nahe kommt. Das System liest sogar selbstständig Verkehrszeichen und handelt: Gilt auf einem Streckenabschnitt Tempo 60, wird der Fahrer mittels einem akustischem oder optischen Signal darauf hingewiesen, wenn er zu schnell fährt. Die Software kann auch von sich aus auf die Bremse treten.

Dieser Inhalt ist nicht mehr verfügbar.

Die Systeme arbeiten dabei mit Hilfe von Algorithmen, die das Verhalten des Fahrers analysieren und auf diese Weise seine künftigen Handlungen vorausberechnen. Das ist in etwa zu vergleichen mit einem Online-Buchversand, der dem Kunden anhand der Bücher, die er bereits bestellt hat, gezielte Werbung für weitere Bücher schickt. Intenta ist aus einer Ausgründung der Universität Chemnitz hervorgegangen. Gründer und Geschäftsführer von Intenta sind die promovierten Ingenieure Basel Fardi und Heiko Cramer.

„Die Fahrassistenzsysteme, welche wir mit entwickeln, helfen dem Fahrer sicherer zu fahren“, erklärt der aus Syrien stammende Basel Fardi. „Es handelt sich damit praktisch um die Vorstufe des selbstfahrenden Autos, für das die Autoindustrie heute aber noch nicht ganz reif ist.“ „Wir sind damit hochprofitabel“, sagt Fardi. Das lässt sich auch am sprunghaften Anstieg der Zahl der Mitarbeiter ablesen: In diesem Monat stellte Intenta den 100. Mitarbeiter ein. Gegründet wurde das Vorläuferunternehmen von Intenta 2005.

Wachstum aus laufenden Einnahmen

Der Name des Unternehmens ist Programm: Der Firmenname leitet sich aus dem lateinischen Begriff „intentus“ ab, was so viel heißt wie „aufmerksam sein“. „Und das Wort „intelligent„ steckt auch irgendwie in dem Namen drin“, sagt Fardi. „Und das passt perfekt zu unseren Produkten.“

Intenta hat noch ein zweites Standbein: Fardi und Cramer haben eine 3-D-Kamera entwickelt, die vor allem in Krankenhäusern zum Einsatz kommt. Diese „intelligente Kamera“ beobachtet zum Beispiel, ob sich bei der Strahlentherapie während der Bestrahlung eines Patienten gerade medizinisches Personal in der Nähe aufhält und stoppt gegebenenfalls automatisch die Bestrahlung, um den Mitarbeiter der Klinik zu schützen. „Es geht mit unseren Kameras um den Schutz von Menschen, nicht um den Schutz vor Menschen, wie bei den meisten anderen Sicherheitskameras“, sagt Fardi. 20.000 bis 30.000 Euro kostet ein solches System, erklärt Fardi.

Stolz ist Fardi auch darauf, dass das Unternehmen nie einen Kredit aufnehmen musste: „Wir haben unsere Investitionen und unser Wachstum stets aus unseren laufenden Einnahmen finanziert“, erklärt er. Ein Großteil der Gewinne fließt auch heute noch in die weitere Entwicklung des Unternehmens.