"McJob“ bezeichnet umgangssprachlich eine schlecht bezahlte Stelle im Dienstleistungsbereich. Der Name spielt an auf die Fast-Food-Kette McDonald’s – der Konzern, bei dem Holger Beeck seit 30 Jahren arbeitet. Allerdings eher in der Big-Mac-Klasse. Seit Dezember ist Beeck Chef von McDonald’s Deutschland, und er hat große Aufgaben vor sich. Denn die Geschäfte des erfolgsverwöhnten Bouletten-Braters laufen nicht mehr gut. Gegen Umsatzrückgänge setzt Beeck nun auf drastische Maßnahmen – so soll in einigen Filialen ein Kellner an den Tisch kommen.

Beecks Konzern hat in den Industrieländern ein Imageproblem: Junge Leute finden ihn billig und uncool, Burger und Fritten gelten als ungesund. Zudem machen immer mehr Konkurrenten dem Marktführer das Leben schwer, nicht nur klassische Rivalen wie Burger King, sondern auch die Bäckereien, die an Tankstellen und Bahnhöfen ihre Snacks anbieten. Zudem strömen kleinere Konkurrenten auf den Markt. „Selten waren Burger so populär wie heute“, so Beeck. Doch den kleineren Neugründungen traue man hohe Qualität schneller zu.

Der Trend zu Gesundheit und Qualität ist ein Problem für McDonald’s. Aufsehen erregte jüngst eine Greenpeace-Aktion, die nachwies, dass die Fast-Food-Kette Fleisch von Hühnern auf den Teller bringt, die mit genmanipuliertem Futter gemästet werden. Daneben steht der Konzern unter Druck, weil dem Futter Antibiotika beigemischt werden. McDonald’s wehrt sich: Alle Standards und gesetzlichen Vorschriften würden eingehalten. Der Einsatz von Antibiotika soll in den USA beendet werden, in Europa wird er zurückgefahren. Auf gentechnisch verändertes Futter will man wegen der Preise allerdings nicht verzichten.

All diese Probleme muss Beeck lösen. Er startete seine Karriere in der „McFamily“ 1984, kletterte die Management-Leiter in die Höhe, unter seiner Leitung wurden 400 McCafés eröffnet. Nun will er alle Abläufe im Verkaufsprozess straffen und den Service verbessern: „In den 40 Jahren hat es für die Gäste von McDonald’s immer die gleiche Reise durch unsere Restaurants gegeben“, sagte Beeck der FAZ, „am Counter bestellen, bezahlen, essen, Tablett zurückbringen. Das ändert sich.“ Zum Beispiel durch einen Tisch-Service – an wichtigen Standorten könnte künftig ein Kellner den Kunden bedienen. In anderen Filialen muss man nicht mehr am Tresen warten, sondern bestellt und bezahlt an einer elektronischen Bestellstation. Das spart Wartezeit. Und McJobs.