Ein 100-Euro-Schein.
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Ein Einzelhändler meldet die Sommerkleidung, die er nicht loswird, als gestohlen, ein Verbraucher das Fernsehgerät, dessen Raten er nicht mehr zahlen kann, als kaputt: Die deutschen Versicherer fürchten mehr Betrugsversuche wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise. Die Versicherungsbranche sei aber darauf vorbereitet, warnte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Donnerstag potenzielle Betrüger.

Die Versicherungsunternehmen gehen davon aus, dass auch in normalen Zeiten jede zehnte Schadensmeldung dubios ist. Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag des GDV bestätige dies: Zehn Prozent der Befragten sagten, entweder schon einmal Versicherungsbetrug begangen zu haben oder konkret von einem Versicherungsbetrug zu wissen.

Aufgrund finanzieller Notlagen könnte es eine Zunahme von Gelegenheitsbetrügern geben, zitierte der GDV den Fachanwalt für Straf- und Arbeitsrecht, Abdou Gabbar. Laut GDV gibt es bereits Hinweise darauf, dass betrugsverdächtige Schäden im Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen.

Dabei führen Internet und Digitalisierung laut GDV zu neuen Betrugsformen. Täter könnten sich etwa mit wenigen Klicks in Internetforen darüber informieren, wie eine Schadenmeldung so glaubhaft formuliert werden könne, das der vermeintliche Schaden von einer Versicherung bezahlt werde.

Die Betrugsabwehr der Versicherer habe darauf reagiert, betonte der Verband. Weiterentwickelte Software erkenne Betrugsindizien, Mitarbeiter seien speziell darin geschult. (AFP)

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