Fließt Geld für die Anschaffung von Elektroautos, kaufen oder leasen Gewerbetreibende solche Fahrzeuge. Das schont die Umwelt.
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BerlinIm Berliner Gewerbe gibt es - durch finanzielle Förderung angetrieben - einen Trend zu mehr Elektrofahrzeugen. Mithilfe des Bundesprogramms „Wirtschaftsnahe Elektromobilität“ (Welmo) wurden bis Ende 2019 von kleinen und mittleren Unternehmen 3122 Pkw, Lieferwagen und Kleinlaster bis 4,25 Tonnen angeschafft, die elektrisch (knapp 80 Prozent), hybrid (knapp 20 Prozent) oder - in sehr geringer Zahl - mit einer Brennstoffzelle angetrieben werden.

Laut einer Untersuchung für die Senatswirtschaftsverwaltung wurde der Ausstoß des Klimagases CO2 in Berlin um täglich 34 Tonnen gesenkt, weil im Gegenzug bei Kauf oder Leasing eines neuen Fahrzeugs zu fast 70 Prozent ein Benziner oder Diesel abgeschafft wurde.

Mit 24 Prozent fast jeder vierte Antrag auf Förderung kam von Dienstleistern - von Architekturbüros bis Rechtsanwaltskanzleien. Handwerk und verarbeitendes Gewerbe stellten 15 Prozent der Anträge, der Handel zehn Prozent. Gar keine Anträge kamen aus der Berliner Verwaltung.

Die Untersuchung brachte auch hervor, dass alle gewerblich genutzten Autos in Berlin täglich weniger als 90 Kilometer zurücklegen, Lieferwagen und Kleinlaster pro Tag keine 70 Kilometer. Würde man diese Fahrzeuge in der Stadt umweltfreundlich antreiben, könnte die CO2-Belastung täglich um über 1400 Tonnen sinken, 13 Prozent der gesamten Emissionen aus dem Straßenverkehr.

Welmo war am 1. Juli 2018 gestartet und läuft bis Ende 2020. Die Förderung beträgt für Batteriefahrzeuge 4000 bis 8000 Euro je nach Gesamtgewicht, für Plug-in-Hybride zwischen 3000 und 4000 Euro sowie 4000 bis 8000 Euro für wasserstoffbetankte Brennstoffzellen-Fahrzeuge. Elektro-Roller oder -Motorräder werden mit 500 Euro gefördert, außerdem gibt es für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor (Euro-Norm 4 und schlechter) bis 2,25 Tonnen eine Abwrackprämie von 1000 (Pkw) bis 1500 Euro (Nutzfahrzeuge).

Unternehmen, die für ihre umweltfreundlichen Fahrzeuge Ladepunkte auf dem Betriebsgelände brauchen, erhalten ebenfalls eine Förderung - von maximal 2500 Euro für einen einfachen Ladepunkt bis zu maximal 55.000 Euro für einen Anschluss ans 10-Kilovolt-Mittelspannungsnetz, wenn sie für viele große Fahrzeuge viel Strom brauchen. Voraussetzung ist, dass das Unternehmen Ökostrom bezieht. Schließlich werden auch noch Beratungen vor der Einrichtung von Lademöglichkeiten finanziell erleichtert.

Mehr Geld aus der Landeskasse

Das Programm war zwischenzeitlich ins Schleudern gekommen: Weil die für 2020 für Berlin vorgesehenen sechs Millionen Euro bereits vergeben waren, wurde Welmo ausgesetzt, nur Förderanträge, die bis Ende März eingegangen waren - seit Beginn des Programms knapp 5600 insgesamt - wurden noch bearbeitet. Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) kündigte deshalb an, dass im anstehenden zweiten Nachtragshaushalt für 2020 weitere 7,5 Millionen Euro in das Programm gesteckt werden.

Die Zahl öffentlicher Ladepunkte für Elektroautos hat in Berlin 1052 erreicht, etwa ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Das teilt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft mit. Mit rund 0,29 Ladesäulen pro 1000 Einwohner liegt Berlin etwas unter dem Bundesdurchschnitt von gut 0,33.  Die Regierungskoalition im Bund hat in dieser Woche beschlossen, weitere 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Lade-Infrastruktur und Forschung zur Elektromobilität zu stecken.