Berlin - Die deutschen Autokonzerne verstärken ihr Engagement in Berlin: Nachdem bereits BMW millionenschwere Investitionen in sein Berliner Motorrad-Werk bekannt gegeben hat, wird auch Daimler seinen hiesigen Standort aufwerten. Der Stuttgarter Konzern investiert eine halbe Milliarde Euro in das Mercedes-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde, gab das Unternehmen am Freitag in Berlin bekannt.

Berliner Technologiekraft

BMW und Daimler, ohnehin zwei der größten industriellen Arbeitgeber in der Stadt, geben damit der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Berlin neuen Schwung. Denn Investitionen in dieser Größenordnung stärken auch immer die Zulieferbetriebe – und sorgen in der Folge für stabile Beschäftigung und verlässliche Steuereinnahmen. Im vergangenen Jahr hatte die Hauptstadt erneut das stärkste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer erreicht.

Auch für das laufende Jahr wird ein Wachstum über dem Bundesdurchschnitt erwartet. Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer sah denn auch nicht nur nicht nur die Arbeitsplätze im Werk gesichert, sondern den „gesamten Entwicklungs- und Industriestandort Berlin gestärkt“. Daimler baue auf das Know-how und die Technologiekraft Berlins.

Innovative Motorsteuerung aus Berlin

Der Marienfelder Daimler-Betrieb – der unter anderem Dieselmotoren und Teile für Antriebe herstellt – wird zu einem Hightech-Standort für die Komponentenfertigung ausgebaut. Dies ist Kern der Zukunftsvereinbarung zwischen Unternehmen und Betriebsrat. Zudem wird Mercedes-Benz Berlin zum weltweiten Kompetenzzentrum für die Produktion einer innovativen Motorsteuerung, mit der Kraftstoffverbrauch sowie CO2-Ausstoß verringert werden sollen.

Mercedes-Standortverantwortlicher Hansgeorg Niefer nannte die Investitionen eine Entscheidung für die Zukunftsfähigkeit des Werkes Berlin, dem ältesten produzierenden Daimler-Betrieb. Bereits im laufenden Jahr sollen Investitionen im Umfang von 150 Millionen Euro abgeschlossen werden, was etwa 50 Prozent über dem normalen Investitionsvolumen liegt. Die restlichen 350 Millionen sollen in den kommenden Jahren in hochautomatisierte Maschinen und Ausrüstungen gesteckt werden. Mit der Zukunftsvereinbarung ist auch geplant, die Maschinenauslastung zu erhöhen.

Ausbildungsquote verbessern

Betriebsratsvorsitzende Ute Hass erklärte, mit dieser „Riesensumme für ein relativ kleines Werk“ sei die Beschäftigung bis nach 2020, gesichert. In Marienfelde arbeiten derzeit rund 2500 Beschäftigte. 15 neue Mitarbeiter sollen vorerst eingestellt werden beziehungsweise von Zeitarbeitsfirmen übernommen werden. Zugleich werden vier neue Ausbildungsplätze geschaffen. Mit dann 24 Lehrstellen pro Jahr bleibt aber Mercedes-Benz Berlin weit unter der ohnehin schon schlechten Berliner Ausbildungsquote.