Knapp zwei Wochen vor der geplanten Verabschiedung des Mindestlohn-Gesetzes im Bundestag zeichnet sich eine Lockerung der neuen Bestimmungen für Praktikanten ab. So sollen Studenten voraussichtlich doch länger als sechs Wochen bei einem Arbeitgeber hospitieren können, ohne dass dieser ihnen 8,50 Euro in der Stunde zahlen muss. „Ich bin sicher, dass wir einen Kompromiss hinbekommen“, sagte Peter Weiß (CDU), der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der Unions-Fraktion, am Montag. Zuvor hatte bereits Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in der ARD erklärt: „Wenn es um freiwillige Praktika geht, (...) wird es womöglich noch Änderungen geben. Das ist auch in Ordnung.“

Die Praktikanten gehören neben den Erntehelfern, den Taxifahrern und den Zeitungszustellern zu den letzten Gruppen, für die noch keine befriedigende Lösung der Probleme durch die Einführung der gesetzlichen Lohnuntergrenze im kommenden Jahr gefunden wurde. Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft hatten gewarnt, dass die Möglichkeit zur Berufsorientierung durch das Gesetz eingeschränkt werde. Bislang sollen zwar Pflichtpraktika vom Mindestlohn ausgenommen werden, freiwillige Praktika, wie sie etwa von Geisteswissenschaftlern bei Verlagen, Kultureinrichtungen oder in der Politik absolviert werden, aber nur bis zur Dauer von sechs Wochen. Damit stehe die Einarbeitungszeit oft in keinem gesunden Verhältnis zur Dauer der Hospitanz, argumentiert der CDU-Bundestagsabgeordnete und Arbeitsmarktexperte Matthias Zimmer: „Ich fände es gut, wenn wir den Zeitraum auf bis zu drei Monate ausdehnen könnten.“

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