Air Berlin ist im vergangenen Jahr wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Unterm Strich stand ein Verlust von 315,5 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft am Sonntagabend in Berlin mitteilte. 2012 hatte Air Berlin nach vier Verlust-Jahren in Folge noch ein leichtes Plus von rund sieben Millionen Euro erzielt. Der Umsatz habe sich auf 4,15 Milliarden Euro von 4,31 Milliarden Euro verringert.

Auf Effizienz fokussiert

Unternehmenschef Wolfgang Prock-Schauer kündigte eine „fundamentale Neustrukturierung“ an. Dabei soll eine weitere Finanzspritze des Großaktionärs Etihad helfen. Die Araber schießen über eine Wandelanleihe 300 Millionen Euro bis zum Jahresende zu, Air Berlin will mindestens 150 Millionen über eine eigene Anleihe erlösen. Etihad besitzt knapp 30 Prozent der Anteile an Air Berlin und hatte die angeschlagene Fluggesellschaft bereits mehrfach gestützt. Unter anderem übernahm Etihad das Vielfliegerprogramm von Air Berlin. Das Geschäft brachte Air Berlin 184 Millionen Euro ein.

Schwache Sommersaison

Prock-Schauer sagte, auch wenn das Kostensenkungsprogramm Turbine planmäßig gelaufen sei und 2014 seine volle Wirkung entfalten werde, „müssen wir den Druck bei der Umsetzung erhöhen, weitere Maßnahmen vorantreiben sowie unsere Handlungsoptionen, die auch das langfristige Geschäftsmodell betreffen, grundsätzlich evaluieren.“ Diese Neustrukturierung werde „auf Effizienz fokussiert sein, während unser Hauptanliegen, unseren Gästen und Partnern weiterhin besten Service zu bieten, unverändert“ bleibe. Das Programm Turbine hat laut Air Berlin 2013 den angestrebten Beitrag von 200 Millionen Euro auf der Kosten- und Umsatzseite gebracht. Man sei jedoch mit einer unerwartet schwachen Sommersaison aufgrund der hohen Temperaturen in Mitteleuropa konfrontiert worden.

Air Berlin hatte die Vorlage des Geschäftsberichts zwei Mal verschoben. Es wurde spekuliert, ob Air Berlin von der Börse genommen und von Etihad mit Alitalia fusioniert wird. (dpa/ml.)