Mit dem 9-Euro-Ticket, Abo oder der Jahreskarte ans Meer: Gut möglich, dass das viele Berliner zu Pfingsten oder an anderen Wochenenden ausprobieren werden. Sie müssen sich auf volle Regionalexpresszüge einstellen. Doch es gibt eine gute Nachricht: Um zumindest etwas Entlastung zu schaffen, haben die beteiligten Bundesländer zusätzliche Fahrten zur Ostsee bestellt. Es gibt also mehr Verbindungen nach Rostock und Stralsund. Aber wann fahren die Züge? Und welche Tipps sollte man beherzigen?

Dass es bei schönem Wetter in den Regionalexpresszügen der Linien RE3 und RE5 voll wird, sind Stammfahrgäste schon gewohnt. Das ist nichts Neues, darüber beschweren sich Reisende und Fahrgastvertreter schon seit längerem. Neu ist aber, dass die Verantwortlichen jetzt endlich positiv darauf reagiert haben. Bislang hieß es oft, dass mehr Züge nicht möglich und sowieso zu teuer seien. Nun wird erstmals seit Beginn der Debatte das Angebot auf den Strecken ans Meer aufgestockt – am Wochenende.

Zum einen geht es um den RE3. Er verbindet Berlin über Angermünde und Prenzlau mit Anklam, Züssow (wo Anschluss an die Usedomer Bäderbahn besteht), Greifswald und Stralsund. Los geht es zum Beispiel um 6.32 Uhr und 8.32 Uhr. Bislang gibt es aber nur alle zwei Stunden eine Fahrt – das reicht oft nicht aus. Jetzt fahren ab Sonnabend mehr Züge.

Nach Einführung des 9-Euro-Tickets Zusatzzüge von Berlin nach Stralsund

So rollt der Ausflugszug, der am Wochenende um 10.22 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof bisher nur nach Prenzlau verkehrte, ab 4. Juni darüber hinaus weiter nach Stralsund. Dort soll er am Pfingstsonnabend um 13.30 Uhr ankommen, am Pfingstsonntag und Pfingstmontag bereits um 13.13 Uhr. Die Rückfahrt ist für den Nachmittag vorgesehen. Je nach Tag soll diese Zusatzfahrt um 15.41 Uhr, 15.46 Uhr oder 15.51 Uhr in Stralsund starten. Auch die Rückreise über die gesamte Strecke dauert knapp drei Stunden.

Damit nicht genug: Vom 12. Juni an soll am Wochenende zwischen Berlin und Stralsund ein weiterer Zusatzzug eingesetzt werden. Wann genau die Wagengarnitur der Ostdeutschen Eisenbahn (Odeg) verkehren wird, steht allerdings noch nicht im Detail fest. „Wahrscheinlich wird es gegen 8 Uhr am Südkreuz losgehen“, sagte Joachim Radünz, der Sprecher des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Am Nachmittag oder Abend soll es dann wieder nach Berlin zurückgehen.

Weitere neue Verbindungen entstehen durch Zusatzzüge, die am Wochenende im Anschluss an den RE3 von und nach Schwedt verkehren. In Angermünde muss umgestiegen werden. In Richtung Meer sieht das dann zum Beispiel so aus: um 9.32 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof nach Angermünde, von dort um 10.40 Uhr (Pfingstsonntag und Pfingstmontag) oder 11.04 Uhr (Pfingstsonnabend) dann weiter nach Stralsund. Eine weitere Umsteigeverbindung dieser Art gibt es um 19.32 Uhr (Pfingstsonntag und Pfingstmontag) sowie am Pfingstsonnabend um 21.32 Uhr ab Berlin.

Noch stehen nicht alle Verbindungen in der Fahrplanauskunft der Bahn

Die Rückfahrt in Stralsund soll um 7.02 Uhr und 17.47 Uhr (am Pfingstsonnabend um 19.01 Uhr) beginnen. Auch nach Berlin ist Umsteigen in Angermünde erforderlich, und auch in dieser Richtung muss am Pfingstsonnabend lange gewartet werden. Misslich ist außerdem, dass Stand Donnerstag noch nicht alle Verbindungen vollständig in die Internet-Fahrplanauskunft der DB eingearbeitet worden sind. Wer „Berlin–Stralsund“ eingibt, bekommt ein anderes Bild als nach der Eingabe „Angermünde–Stralsund“. Für die weiteren Wochenenden ist dort noch gar nichts zu erfahren.

Schade ist auch, dass die zweite Regionalexpressroute von Berlin nach Stralsund zum Start des 9-Euro-Tickets noch nicht wieder durchgehend befahrbar ist. Wegen Bauarbeiten müssen die Fahrgäste auf dem Abschnitt zwischen Demmin und Stralsund im Juni noch auf einen Schienenersatzverkehr umsteigen. Doch zum 1. Juli soll dieser Streckenast der Linie RE5 wieder ans Netz gehen. Das heißt: mehr Kapazität ans Meer.

Ausflugszug aus Berlin wird nach Rostock verlängert

Der RE5 hat aber noch einen anderen Streckenast. Dort verkehren die Regionalexpresszüge, die Berlin mit Waren (Müritz) und Rostock verbinden. Auch hier wird der Laufweg eines bereits bestehenden Ausflugszugs verlängert. Der Regionalexpress, der am Wochenende um 10.12 Uhr vom Berliner Hauptbahnhof aus Neustrelitz ansteuert, fährt künftig darüber hinaus weiter bis Rostock. Die Ankunft dort ist für 12.58 Uhr vorgesehen. Die Rückfahrt soll um 14.59 Uhr in Rostock beginnen.

Neue Umsteigeverbindungen werden auf dieser Strecke ebenfalls das Angebot am Wochenende ergänzen. Los geht es um 15.43 Uhr und 19.43 Uhr, die Rückfahrt ab Rostock ist für 15.37 Uhr und 19.37 Uhr vorgesehen. In allen Fällen müssen die Fahrgäste in Neustrelitz die Züge wechseln.

Der wichtigste Tipp lautet: Auf jeden Fall kurz vor der Reise unter www.bahn.de in der Fahrplanauskunft nachschauen, ob der gewünschte Zug fährt. Und: Nach Möglichkeit kein Fahrrad mitnehmen, sondern lieber am Ziel eines mieten.

Abo-Inhaber und Jahreskartenbesitzer brauchen kein Extra-9-Euro-Ticket

Auch hier gilt: Wer schon eine Jahreskarte oder ein Abo besitzt, muss sich kein 9-Euro-Ticket kaufen. Er kann mit seinem bestehenden Stammkundenticket einfach losfahren. Personalausweis ist allerdings Pflicht!

Die Planer hoffen, dass die Fahrgäste nach und nach auch weitere Regionalzugrouten entdecken. „Es gibt viele schöne Strecken in Brandenburg“, sagt VBB-Sprecher Radünz.

Eine Bahnstrecke in der Schorfheide retten – mit dem 9-Euro-Ticket

Eine Strecke hat besonders viel Zuspruch verdient, ihr Weiterbestand ist ernsthaft in Gefahr. Gemeint ist die Regionalbahnlinie RB63, die nordöstlich von Berlin durch die Schorfheide in die Uckermark führt. Weil die Fahrgastzahl als zu niedrig eingeschätzt wird, droht zum Fahrplanwechsel im Dezember die Abbestellung des Verkehrs auf dem Abschnitt zwischen Joachimsthal und Templin. Da kann es nur heißen: kommen, mitfahren – und die Nutzungszahlen nach oben treiben!