Nach der extremen Dürre 2018 mussten in diesem Jahr schon 114 Landwirte Insolvenz anmelden.
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BerlinDie extreme Trockenheit im Sommer 2018 hat viele Landwirte hart getroffen und zu erheblichen Ernteausfällen geführt. Nach der starken Dürre vor gut einem Jahr sind 2019 bisher schon fast ein Viertel mehr landwirtschaftliche Betriebe in die Insolvenz geraten als noch im Vorjahr.

Zwischen Januar und Oktober meldeten 114 Unternehmen Zahlungsunfähigkeit an, wie die Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel am Donnerstag mitteilte. Dies seien 23,9 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Damals hatten sich 92 Betriebe insolvent gemeldet. Crif Bürgel-Chefin Ingrid Riehl sprach von einem „sprunghaften Anstieg“.

Als Grund sah Riehl die Dürre, die im Sommer 2018 über mehrere Wochen hinweg einen Großteil der deutschen Landwirtschaft belastete: „Da in den Insolvenzstatistiken vor allem die Vergangenheit abgebildet wird, sie gewissermaßen ein Blick in den Rückspiegel sind, sind die Auswirkungen aus dem letzten Sommer erst jetzt sichtbar.“ Geringere Erlöse und höhere Kosten infolge der Dürre seien die Hauptgründe für den Anstieg der Insolvenzen.

Nach Angaben des Bundesagrarministeriums waren betroffenen Bauern bis Mitte August 228 Millionen Euro staatliche Nothilfe ausgezahlt worden. Die Hilfe sei von Landwirten gut angenommen worden, das Volumen sei ausreichend gewesen.