Die Chefin wirft nach nur fünf Monaten hin: Die erst im Februar an die Spitze des angeschlagenen Warenhauskonzerns Karstadt berufene Managerin Eva-Lotta Sjöstedt hat am Montag ihr Amt niedergelegt. Die Begründung für ihren überraschenden Schritt lässt Zweifel daran aufkommen, ob Karstadt überhaupt noch zu retten ist. Denn offensichtlich ist die wirtschaftliche Lage so ernst und die Unterstützung durch den Eigentümer Nicolas Berggruen so gering, dass die gelernte Designerin keinen anderen Ausweg sah als den sofortigen Rücktritt.

Offen kritisiert sie in ihrer Erklärung das Verhalten der Besitzer, formal ist das die Berggruen Holdings. Dahinter steht der Milliardär und Kunstsammler Nicolas Berggruen. Er war einst als Karstadt-Retter gefeiert worden, aber längst ist bei den Beschäftigten und auch bei Politikern die einstige Begeisterung in Enttäuschung und Wut umgeschlagen. Die Managerin betont nun, sie habe den Ruf in die Konzernzentrale nach Essen angenommen in der Annahme, „ein angeschlagenes, in einer sehr schwierigen Situation befindliches Unternehmen übernehmen und entwickeln zu dürfen“. Die Eigentümerseite habe damals „die volle Unterstützung für meine Strategie und meine Investitionspläne“ zugesagt. Doch offenbar gingen hier die Vorstellungen weit auseinander, und den Bekenntnissen der Berggruen-Seite folgten keine Taten. Denn Sjöstedt musste nun, nach kurzer Tätigkeit an der Spitze des Konzerns, feststellen, „dass die Voraussetzungen für den von mir angestrebten Weg nicht mehr gegeben sind“. Deshalb habe sie ihr Amt zum 7. Juli niedergelegt.

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