Neue Panne am Hauptstadtflughafen: BER-Terminal wegen Einsturzgefahr gesperrt

Am neuen Terminal des künftigen Flughafens BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) sind neue Mängel festgestellt worden. Wie ein Sprecher Flughafengesellschaft FBB am Sonntag der Berliner Zeitung sagte, ist am Freitag „rein vorsorglich“ einen Teil des BER-Terminals gesperrt worden. Hintergrund sollen die aktuellen Vorbereitungen für den Einbau neuer Entrauchungsschornsteine im Dach des Terminals sein.

Die ursprüngliche Planung sah vor, dass die Abluft nicht – wie sonst meist üblich – durch das Dach abgeleitet wird, sondern dass sie aus ästhetischen Gründen durch den Keller und von dort nach draußen geleitet wird. Die Fehler in den Plänen für die Entrauchungsanlage gelten als Kernproblem für die jahrelange Verzögerung der Eröffnung und die massive Kostensteigerung.

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Künftig soll nun die Abluft aber doch viel massiver als ursprünglich geplant übers Dach abgeleitet werden. Für die geplante Zweiteilung der Entrauchungsanlage wurde nun offenbar eine Bestandsaufnahme durchgeführt. „In diesem Zusammenhang hat die FBB die tatsächlichen Dachlasten einer nochmaligen Prüfung unterzogen“, sagte der Flughafen-Sprecher.

Bei der Überprüfung sei grundsätzlich „die Richtigkeit der Statik des BER-Terminals gutachterlich bestätigt“ worden. Doch an einigen Stellen würden „höhere Lasten vorliegen“ als ursprünglich angenommen. „In drei der insgesamt 20 Deckenfelder wurden offensichtlich vor dem alten Eröffnungstermin 2012 schwerere Rauchgasventilatoren verbaut als in der ursprünglichen Planung angenommen.“

Deshalb seien Teile des Terminals nun vorschriftsmäßig gesperrt worden, weil neue „statische Standsicherheitsnachweise“ erbracht werden müssen. Die betroffenen Stellen müssen nun entweder statisch verstärkt oder die dort aufgestellten Ventilatoren müssen an anderen Stellen aufgestellt werden.

Über die zusätzlichen Kosten gibt es keine Angaben. Wie viel Zeit für den erneuten Umbau nötig ist, wird ebenfalls nicht gesagt. Der bislang angepeilte Eröffnungstermin 2017 galt nach der Insolvenz von Baufirmen nur noch als schwer schaffbar. Ein neuer Termin wird aber noch nicht genannt.